<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	xmlns:series="http://unfoldingneurons.com/"
	>

<channel>
	<title>Rauhfasler &#187; Tiefsee</title>
	<atom:link href="http://www.rauhfasler.de/tag/tiefsee/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.rauhfasler.de</link>
	<description>Verbrauchende Versuche mit Wörtern</description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 14:26:48 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	
		<item>
		<title>Absinken</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/absinken</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2009/absinken#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 17 Oct 2009 16:35:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Dunkel]]></category>
		<category><![CDATA[Elemente]]></category>
		<category><![CDATA[Korpuskeln]]></category>
		<category><![CDATA[Seele]]></category>
		<category><![CDATA[Tiefsee]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=5112</guid>
		<description><![CDATA[Im Sehpurpursee geschwommen, Sedimentiert bis an den Grund: Hier ist es dunkel und still, Bis auf einzelne seismische Wellen Und Quanten von Licht, an Fingern zu zählen &#8211; Irgendwo klafft ein noch dunklerer Schlund, Der sich an mir nähren will. Im Bildlosen taumeln &#8211; Leptosomen, Planeten stürzen auf sphärischer Bahn, An mir reißen fiktive Magneten, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/10/rhodposin.jpg" class="floatbox" rev="group:5112 caption:`In einem Fliegenauge auf der Suche nach dem Rhodposin`"><img src="/wp-content/uploads/2009/10/rhodposin-300x226.jpg" alt="In einem Fliegenauge auf der Suche nach dem Rhodposin" title="In einem Fliegenauge auf der Suche nach dem Rhodposin" width="300" height="226" class="rand size-medium wp-image-5115" /></a></p>
<p>Im Sehpurpursee geschwommen,<br />
Sedimentiert bis an den Grund:<br />
Hier ist es dunkel und still,<br />
Bis auf einzelne seismische Wellen<br />
Und Quanten von Licht, an Fingern zu zählen &#8211;<br />
Irgendwo klafft ein noch dunklerer Schlund,<br />
Der sich an mir nähren will.</p>
<p>Im Bildlosen taumeln &#8211; Leptosomen,<br />
Planeten stürzen auf sphärischer Bahn,<br />
An mir reißen fiktive Magneten,<br />
Werfen mich vorwärts bis dann<br />
Tief im Schlick die Kräfte zerfallen<br />
Und ich mich in Unschärfe betten kann.</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2009/kalte-nudeln' rel='bookmark' title='Permanent Link: Kalte Nudeln'>Kalte Nudeln</a> <small>Sätze gehen übern Bahnsteig, Taumeln, und am dunklen Horizont Für...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/saturn' rel='bookmark' title='Permanent Link: Saturn'>Saturn</a> <small>Zwischen Schlaf und Wachen schwebend fährt eine S-Bahn durch mein...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/mit-einem-finger-zitternd' rel='bookmark' title='Permanent Link: Mit einem Finger zitternd'>Mit einem Finger zitternd</a> <small>Es ruht dein Kopf an meiner Brust Ich liege wach...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2009/absinken/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<series:name><![CDATA[Krypto|patho|graphie]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Tauchgang</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/tauchgang</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2009/tauchgang#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 09:37:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blendungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bahnfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Hirnforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Kopf]]></category>
		<category><![CDATA[Muster]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerz]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Tiefsee]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=5014</guid>
		<description><![CDATA[Eine Afrikanerin wählt auf ihrem Mobiltelefon eine lange Nummer. Sie spricht laut, freundlich, aufgeregt. Sie nimmt in einem beeindruckenden Strom aus komplizierten rollenden und gurrenden Konsonanten Anteil an irgendetwas, das mir verschlossen bleibt. Den Synkopen ihres Sprachflusses ist aber ein Gefühl unterlegt, das ich verstehen kann: Sorge, Aufregung, Freude, die Hilflosigkeit von jemandem, der hört, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/10/733px-Bathyscaphe_Trieste2_1.jpg" class="floatbox" rev="group:5014 caption:`Der Bathyscaph &quot;Trieste II&quot; (Quelle: wikipedia)`"><img src="/wp-content/uploads/2009/10/733px-Bathyscaphe_Trieste2_1-300x245.jpg" alt="Der Bathyscaph &quot;Trieste II&quot; (Quelle: wikipedia)" title="Der Bathyscaph &quot;Trieste II&quot; (Quelle: wikipedia)" width="300" height="245" class="rand size-medium wp-image-5016" /></a></p>
<p>Eine Afrikanerin wählt auf ihrem Mobiltelefon eine lange Nummer. Sie spricht laut, freundlich, aufgeregt. Sie nimmt in einem beeindruckenden Strom aus komplizierten rollenden und gurrenden Konsonanten Anteil an irgendetwas, das mir verschlossen bleibt. Den Synkopen ihres Sprachflusses ist aber ein Gefühl unterlegt, das ich verstehen kann: Sorge, Aufregung, Freude, die Hilflosigkeit von jemandem, der hört, was geschieht, und keinen Einfluß darauf hat. </p>
<p>Die S-Bahn fährt an, sie greift geistesabwesend nach einer Stange. Ich rücke auf der Bank zur Seite, um ihr Platz zu machen. Sie setzt sich ohne von mir Notiz zu nehmen. Dann hat sie aufgelegt, sucht auf einem sehr abgegriffenen Zettel nach einer weiteren Telefonnummer. Aus einer plötzlichen Eingebung heraus wendet sie mir ihr offenes Gesicht zu, Herzlichkeit flackert darin auf, sie sagt sehr artikuliert und ehrlich &#0187;Danke&#0171;, sieht mich dabei aber eigentlich nicht. Sie ist weit entfernt, ihre Augen sind auf irgendetwas wichtiges gerichtet, sie hat von sich nur die letzte, allernotwendigste Repräsentanz in diesem Waggon zurückgelassen. Ihr Finger tippt jetzt wieder eine lange Nummer.</p>
<p>Auf dem Bahnsteig sitzt ein junger Mann. Er steigt nicht ein, obwohl es kalt ist. Hände und Gesicht sind bläulich eingefärbt. Er wippt mit dem Fuß. Wir würden uns wortlos verstehen, er gibt meinem Kopfschmerz, meiner aus heiterem Himmel gekommenen Übelkeit eine Gestalt. Er hält scheel zur Seite hin Ausschau. Dann sinkt er in sich zurück. Die blaue Färbung, die Ringe unter den Augen, seine Fahrigkeit: er wirkt sehr alt.</p>
<p>Zwei Studentinnen stehen im Waggon dicht bei der Tür und stecken kichernd die Köpfe zusammen. Sie reden &#8211; über den Stundenplan, die nächsten Prüfungen. Sie planen sich selbst in großen, generalstabsmäßigen Zügen. Sie werden aus ihrer Battaille siegreich zurückkehren. Sie freuen sich an der eigenen Effizienz, sie tuscheln über ihr Vorgehen, als wäre es der Frühling, als wären sie verliebt. Verliebt in was?</p>
<p>Im Bahnhof hängt Zigarettenrauch über der abwärtsführenden Rolltreppe. Der Rauch steht deutlich ab von der makellos weißen Decke, von den glänzend polierten Holzeinfassungen der Schaufenster. Da vorne hält eine knotige Hand die Zigarette, die Hand einer leicht zusammengeduckten Frau im Trenchcoat. Ihre Haare sind etwas fettig, das linke Bein zieht sie nach. Erstaunlich, daß Sonderlinge, die den Mut haben, ohne größeres Aufhebens jedes Alltagsverbot zu übertreten, meistens dieselben Merkmale an sich tragen, wie im Märchen die Hexen, Zauberer, Teufel und Köhler.</p>
<p>Ich stehe letztenendes an der Bushaltestelle. Im Kopf knirscht der Rumpf des Bathyscaphen, aus dem das Denken seine Funkmeldungen absetzt, er knirscht unter dem immer noch zunehmenden Druck, der schmerzlich hinter der Stirn zunimmt. Die Eindrücke treten aus ihren Zusammenhängen heraus: Eine Uhr, ein Mädchen, das wie ein Fisch dasitzt, eine mißmutige Frau, Musik, eine große, altertümliche Uhr an der Bahnhofsfassade, ihr Minutenzeiger ist gerade umgesprungen wie ein Fallbeil. Ich habe gehört, daß eine Vorliebe für das Beobachten mit bestimmten Veränderungen in der Feinabstimmung des Gehirns zusammenhängen könnte. Wieder knirscht der Bathyscaph unter einer Kopfschmerzwelle. Mir fällt das Muster in der Frisur eines jungen Gecken auf. Wahrscheinlich stimmt es.</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/spiegelgespraech' rel='bookmark' title='Permanent Link: Spiegelgespräch'>Spiegelgespräch</a> <small>Da vorn ist, dunkel und sauber beschnitten, auf einen nackten...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2009/aufgebrochen' rel='bookmark' title='Permanent Link: Aufgebrochen'>Aufgebrochen</a> <small>Wie dünn die Wand geworden ist, Daß, wenn ich mich...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2007/schlafende-auf-der-reise' rel='bookmark' title='Permanent Link: Schlafende auf der Reise'>Schlafende auf der Reise</a> <small>Mein Zug fährt in den Bahnhof einer Kleinstadt ein. Bevor...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2009/tauchgang/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Erscheinungen</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/erscheinungen</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2009/erscheinungen#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2009 09:30:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Erscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Fortschritt]]></category>
		<category><![CDATA[Husten]]></category>
		<category><![CDATA[leere Hüllen]]></category>
		<category><![CDATA[Mittag]]></category>
		<category><![CDATA[Tiefsee]]></category>
		<category><![CDATA[Verstehen]]></category>
		<category><![CDATA[Vögel]]></category>
		<category><![CDATA[Wahn]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=4660</guid>
		<description><![CDATA[Erscheinungen liegen in der Luft Und offenbar reicht ihr Beharren hin, Daß allein durch die Wanderung des Bodens Vom Abend gen Morgen, allein durch die Drift, Die alles unumstößliche auch seitwärts zieht, Daß dadurch die Erscheinungen immerzu Treiben, Sie drängen sich vor meinem brennenden Blick An diesem unzeitigen Morgen; und schillern in der Luft Wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/08/metronome.jpg" class="floatbox" rev="group:4660 caption:`TIFFANY BOZIC, From the Depths, Metronome`"><img src="/wp-content/uploads/2009/08/metronome-300x300.jpg" alt="TIFFANY BOZIC, From the Depths, Metronome" title="TIFFANY BOZIC, From the Depths, Metronome" width="300" height="300" class="rand size-medium wp-image-4662" /></a></p>
<p>Erscheinungen liegen in der Luft<br />
Und offenbar reicht ihr Beharren hin,<br />
Daß allein durch die Wanderung des Bodens<br />
Vom Abend gen Morgen, allein durch die Drift,<br />
Die alles unumstößliche auch seitwärts zieht,<br />
Daß dadurch die Erscheinungen immerzu Treiben,<br />
Sie drängen sich vor meinem brennenden Blick<br />
An diesem unzeitigen Morgen; und schillern in der Luft<br />
Wie ein Schuppenkleid von scheuen<br />
Tiefseefischen, ohne nennenswerte<br />
Dritte Dimension oder weitere Ausdehnung<br />
In den Bereich friedlichen Verstehens:<br />
Bloß Chiffren, die ganz beliebig sind.<br />
Ja, Erscheinungen drängen in die Luft<br />
Und Vogelgesang und das Husten<br />
Eines Tages, der sich um Fortschritt müht,<br />
Nach Kräften in den Abend zu gelangen<br />
Und in die Nacht hinein, wenn Gestirne<br />
Aus Warnlichtern aufgehen und knirschend<br />
Vom stummen Nachbarn der Schritt:<br />
Es bliebe dort die Möglichkeit von Träumen,<br />
Die dem Zunderschatz des Planeten<br />
Etwas beisteuern könnten sogar:<br />
Etwas bleibendes.</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/vorortbahnhof' rel='bookmark' title='Permanent Link: Vorortbahnhof'>Vorortbahnhof</a> <small>(Georg Heym, 1910) Auf grüner Böschung glüht des Abendes Schein....</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/ging-die-nacht-dahin' rel='bookmark' title='Permanent Link: Ging die Nacht dahin'>Ging die Nacht dahin</a> <small>Schnarchend ging die Nacht dahin. Füße, schwer gequält von langen...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/leichter-aufstieg' rel='bookmark' title='Permanent Link: Leichter Aufstieg'>Leichter Aufstieg</a> <small>Den Abgasen, die an einem Wintertag aus einem Schornstein steigen,...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2009/erscheinungen/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Dünung</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/duenung</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2009/duenung#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 10:13:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Klang]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Regen]]></category>
		<category><![CDATA[Schlaf]]></category>
		<category><![CDATA[Tiefsee]]></category>
		<category><![CDATA[Traum]]></category>
		<category><![CDATA[Wellen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=4300</guid>
		<description><![CDATA[Der Regen rauscht In vollem Gleichmaß, Freundlich wäscht er Aus der Luft die harte Blaue Trockenheit. Ich treibe hin, Von Dünung sanft gehoben Senkt sich meine Brust In einen leichten Schlaf, Ich Träume hell: Von klaren Horizonten Die sich in meine Segel legen Und mir den Weg ins Weite weisen; Von Silberfunken über Wellen Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/07/krill2.jpg" class="floatbox" rev="group:4300 caption:`Krill (National Geographic, Foto George F. Mobley)`"><img src="/wp-content/uploads/2009/07/krill2-300x206.jpg" alt="Krill (National Geographic, Foto George F. Mobley)" title="Krill (National Geographic, Foto George F. Mobley)" width="300" height="206" class="rand size-medium wp-image-4307" /></a></p>
<p>Der Regen rauscht<br />
In vollem Gleichmaß,<br />
Freundlich wäscht er<br />
Aus der Luft die harte<br />
Blaue Trockenheit.</p>
<p>Ich treibe hin,<br />
Von Dünung sanft gehoben<br />
Senkt sich meine Brust<br />
In einen leichten Schlaf,<br />
Ich Träume hell:</p>
<p>Von klaren Horizonten<br />
Die sich in meine Segel legen<br />
Und mir den Weg ins Weite weisen;<br />
Von Silberfunken über Wellen<br />
Und Sätzen, die der Wind<br />
Mir heimlich anvertraut.</p>
<p>Da höre ich,<br />
Wie Wale durch die Gassen schwimmen,<br />
Vor meinem Fenster grüßen sie<br />
Mit melancholischem Gesang.<br />
Alte Kraken spielen Saxophon im Stehen,<br />
Die Euphausiden diskutieren rege<br />
Und von den Tiefseestädten her<br />
Dringt ein klang wie Tanz<br />
Bis hier zu mir ans Deck.</p>
<p>So trägt der Wellenschlag<br />
Mich langsam mit sich fort,<br />
Der Regen deckt mich freundlich zu<br />
Mit einem kühlen Laken.</p>
<p>Ich hisse meine Flagge<br />
Obenauf am höchsten Mast,<br />
Dort trägt sie<br />
Nur ein Wort.</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2010/synkopiert' rel='bookmark' title='Permanent Link: Synkopiert'>Synkopiert</a> <small>Mir folgte Klang Hinunter die Straße Schon morgens; Und abends...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/toene-bei-geschlossenem-vorhang' rel='bookmark' title='Permanent Link: Töne bei geschlossenem Vorhang'>Töne bei geschlossenem Vorhang</a> <small>Irgendwo dahinten spielt vorsichtig unbeschwert ein Saxophon ein Stück nach...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/unzeitiges-herbsten' rel='bookmark' title='Permanent Link: Unzeitiges Herbsten'>Unzeitiges Herbsten</a> <small>Auf der Heizung reihen sich: Jacke, Schuhe, Hose. Der Regen...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2009/duenung/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Tiefsee</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2008/tiefsee</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2008/tiefsee#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 30 Jul 2008 20:42:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Offenbarungen in der S-Bahn]]></category>
		<category><![CDATA[Bahnfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Reizbarkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Seele]]></category>
		<category><![CDATA[Tiefsee]]></category>
		<category><![CDATA[Unterderoberfläche]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=80</guid>
		<description><![CDATA[Dort drüben sitzen ein Mann und eine Frau, es sind Eheleute. Daran besteht, obwohl sie keine Ringe tragen, kein Zweifel. Eigentlich zwei ganz unauffällige Menschen, die nur einer bemerkt, der um sie herumgehen muß. Wenn man nicht auf sie Aufmerksam wird, weil sie nun einmal in der Bahn zwei Plätze besetzen, oder weil man aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-85" href="/?attachment_id=85"><img class="size-medium wp-image-85 alignnone" title="silberfeilfisch-argyropelecus" src="/wp-content/uploads/2008/07/silberbeilfisch-argyropelecus-300x228.jpg" alt="Der Silberfeilfisch (Argyropelecus affinis), ein Tiefseebewohner" width="300" height="228" /></a></p>
<p>Dort drüben sitzen ein Mann und eine Frau, es sind Eheleute. Daran besteht, obwohl sie keine Ringe tragen, kein Zweifel. Eigentlich zwei ganz unauffällige Menschen, die nur einer bemerkt, der um sie herumgehen muß. Wenn man nicht auf sie Aufmerksam wird, weil sie nun einmal in der Bahn zwei Plätze besetzen, oder weil man aus einem Zufall heraus mit ihnen befreundet ist  &#8211; dann sollte man von diesen beiden eigentlich keine Notiz nehmen.</p>
<p>Er aber macht doch eine Geste, die Aufmerksamkeit fordert. Still und nebenbei, jedoch mit aller Ausdruckskraft gestauter innerer Spannung. Er hat seinen Arm auf die Lehne gelegt und ballt die Hand zur Faust. Die Faust presst er gegen den Mülleimer, der ein Stück vor seinem knöchrigen Knie an die Wand geschraubt ist. Der Arm ist dadurch knotig, fasrig, sprungbereit. Er ist wie eine Querstrebe eingespannt zwischen dem Mülleimer und dem in Beige gekleideten Oberkörper. Die Knöchel treten ihm weiß hervor. Der Rest dieses Mannes aber ist lakonisch in den Sitz gefaltet, zurückhaltend freundlich und unbestimmt.</p>
<p>Neben dem Mann sitzt seine Frau. Es muß seine Frau sein. Die beiden sind einander so ähnlich, wie man es nur durch langes Nebeneinander wird. Ihr Zueinander umgibt sie wie Schlieren in der Luft. Und auch haben sie ihre beiderseits nur halb bekleideten Beine gegeneinandergelegt und machen keine Anstalten auseinanderzurücken. Sonst aber ist diese Frau weit entfernt von ihrem Ehebruder. Sie trägt die Mine eines unfreundlichen Fisches, ihre Mundwinkel hängen ihr schwer herab. Etwas scheint sie tiefdringend beleidigt zu haben. Der Ausdruck dafür beherrscht alles. Die untere Lippe ist weit nach unten gezogen, wie bei einem kleinen Kind, das weinen will. Aber sie will nicht weinen, dafür ist offenbar nicht genug Gefühl vorhanden.</p>
<p>Er hat ein ganz anderes Gesicht. Seines wird dominiert von der oberen Lippe, die voll und fleischig ist, so stark ausgebildet, daß sie ein wenig vorsteht. Dazu hat er einen Blick, der wohl einmal aufrichtig spitzbübisch war oder verschmitzt, so, wie einer, der immerzu Scherze von der Welt erwartet. So war es einmal, und die sonderbare Oberlippe und seine Augen, einige, feine Linien in ihren Winkeln, bewahren etwas davon. Jetzt hat sich Ironie über sein Gesicht gebreitet und so wie immer &#8211; alles ins Halbseidene verkehrt. Aber vielleicht hat er sich etwas von seinen ursprünglichen Instinkten erhalten, denn er hält Ausschau, so wie er sitzt, durch das Waggonfenster. Er blickt gespannt hinab in die Straßenschluchten und erwartet von dort etwas, nicht bloß schlechtes. Allerdings bleibt sein Nacken dabei steif, sein Kopf rührt sich nicht, dem Wesen, das am Bein mit ihm zusammengefügt ist, hält er als Schild seinen Hinterkopf entgegen.</p>
<p>Sie ist knochig, vor allem im Gesicht. Die Wangen sind weit auseinandergespannt, viel breiter als der nach unten verkrümmte Mund stehen sie neben ihren trüben Augen. Das einzig Volle ist ihre Unterlippe, ihre beleidigte, traurige, wutvolle Unterlippe. Was immer in ihr zusammengeflossen ist und nun brakig ihr in der Seele steht: es dringt nicht über sie hinaus. Ihr Blick reicht kaum bis zur nächsten Rückenlehne. Ein Fisch aus der Tiefsee, der durchs Trübe schwimmt. Geduld scheint ihr üppig wie ihre Unterlippe zugemessen zu sein, geduldiges Hinnehmen von Verletzung und Enttäuschung und Verlorengehen von Absichten. Aus dem Brakigen steigt Mißgunst auf, das ist es wohl, was aus ihr fahl leuchtet. Die Unterlippe, so wie bei einem traurigen Kind, ist ein vorgeschobener Köder. Wer darauf hereinfällt, gegen den wird sie losschlagen. Ihr Mann, so scheint es, betreibt eine ausgefeilte Form der Tarnung: hat sich Vergraben und harrt regungslos, um nicht zur Beute zu werden.</p>
<p>(Wie leicht sich Empfindungen in das Gesicht graben. Darin liegt Gefahr: Das Innere drängt nach außen und setzt einem, der eine unbekümmerte glatte Maske trägt, eine Fratze auf. Das geschieht mit einer so langsamen, so fließenden Bewegung, daß sie wohl gar nicht wahrzunehmen ist. Vielleicht irgendwann, an einem klaren Morgen, im Spiegel.)</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/ausgangstext-variante-b' rel='bookmark' title='Permanent Link: Ausgangstext, Variante b'>Ausgangstext, Variante b</a> <small>Ein Mann geht morgens zum Fleischer. Er betritt den Laden...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/redundant' rel='bookmark' title='Permanent Link: Redundant'>Redundant</a> <small>Ein Mann. Ein Mann geht. Er geht um einzukaufen. Ein...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2009/hoch' rel='bookmark' title='Permanent Link: Hoch'>Hoch</a> <small>Dreihundertdreiunddreißig Sprossen hoch Zum Fünfundzwanzigmeterbrett gestiegen; Hier oben sind die...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2008/tiefsee/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

