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	<title>Rauhfasler &#187; Tod</title>
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	<description>Verbrauchende Versuche mit Wörtern</description>
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		<title>Bahr und Blosz</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Jun 2011 12:29:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bewußtseinssturz]]></category>
		<category><![CDATA[Begierde]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Feuer]]></category>
		<category><![CDATA[Jesus]]></category>
		<category><![CDATA[Krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein kahler Gang, weiß gekachelt mit schmutzigen Fugen, der Boden stark abgelaufenes Linoleum, von der Decke hängend Leuchtstoffröhren. In einer Reihe längs der Wand stehen drei Krankenhausbetten, darauf, ganz mit weißem Laken bedeckt, jeweils ein Körper. Zum linken Bühnenrand hin, in der rückwärtigen Wand des Gangs, eine Tür. Die Szene erscheint vor dem Publikum, indem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2011/06/Krankenhausbett.jpg" class="floatbox" rev="group:14030 caption:`Krankenhausbett`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2011/06/Krankenhausbett-300x212.jpg" alt="" title="Krankenhausbett" width="300" height="212" class="rand size-medium wp-image-13952" /></a></p>
<p><em>Ein kahler Gang, weiß gekachelt mit schmutzigen Fugen, der Boden stark abgelaufenes Linoleum, von der Decke hängend Leuchtstoffröhren. In einer Reihe längs der Wand stehen drei Krankenhausbetten, darauf, ganz mit weißem Laken bedeckt, jeweils ein Körper. Zum linken Bühnenrand hin, in der rückwärtigen Wand des Gangs, eine Tür.</p>
<p>Die Szene erscheint vor dem Publikum, indem die Leuchtstoffröhren unter der Decke mit deutlich vernehmbarem, charakteristischen Geräusch zünden. Kurz darauf schlendern ein Mann und eine Frau in weißen Kitteln über den Gang.</em></p>
<p>|Frau|: Hier ist es kühler.<br />
|Mann|: Eine Hitze ist das heute.<br />
|Frau|: Endlich Pause.<br />
|Mann| (<em>neckisch</em>): Und in bester Gesellschaft.</p>
<p><em>Der Mann macht einen Diener, die Frau knickst.</em></p>
<p>|Frau|: Den Leuten bekommt das Wetter schlecht.<br />
|Mann|: Es geht kein Wind. Die Luft steht. Die Abgase drücken.<br />
|Frau|: Die Leute brechen reihenweise zusammen. Ein Krankenwagen nach dem anderen.<br />
|Mann|: Ja, man kommt gar nicht hinterher mit der Arbeit.<br />
|Frau|: Zum Glück sterben einige. Da braucht man dann nichts mehr tun. <span id="more-14030"></span><br />
|Mann|: Ja, so ist es. Auch der Herzmuskel ermüdet irgendwann.</p>
<p><div style="float:right;text-align:center;width:120px;border:2px solid #F5C800;background:#F5C800;padding:7px 5px 5px 5px;margin-top:0px;"> 	 <!-- WordPress XSPF_Player Plugin v. 3.4, by Boriel :-) -->
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	   </span> 
	    <span style="vertical-align:3px;">&nbsp;Atmosph&auml;re</span></div></p>
<p><em>Die Frau entzündet mit kleinen Gesten eine Zigarette.</em></p>
<p>|Frau|: Wissen sie&#8230;<br />
|Mann|: Ja?<br />
|Frau|: Ich bekomme bei so einer Hitze immer&#8230;<br />
|Mann|: Immer?<br />
|Frau|: Der Schweiß, der einem über den Körper läuft, wissen sie?<br />
|Mann| (<em>beugt sich etwas zu ihr</em>): Der Schweiß, ja.<br />
|Frau|: Die Hitze macht mir&#8230;<br />
|Mann| (<em>auffordernd</em>): Was macht die Hitze?<br />
|Frau|: Appetit.<br />
|Mann|: Mmh. Da wüßte ich etwas.</p>
<p><em>Mann und Frau beginnen unvermittelt aber durchaus leidenschaftlich, einander zu küssen. Sie zerren sich an den Kitteln und bewegen sich dabei zur Tür hin. Der Mann greift blind hinter sich und öffnet die Tür. Sie stolpern miteinander in den dahintergelegenen Raum, dabei zieht die Frau dem Mann den Kittel von den Schultern. Er fällt vor der Tür zu Boden, gleichfalls entfällt der Frau ihre Zigarrette. Die Tür wird zugestoßen. Während des Folgenden hört man gelegentlich Scheppern, Poltern und Gekicher aus dem Raum. Allerdings noch nichts darüber hinaus.</p>
<p>Eine Weile liegt der Gang still und reglos da. Scheppern. Kiechern. Stille. Schließlich von dem mittleren der abgestellten Totenbetten unter dem Laken die Stimme einer Frau.</em></p>
<p>|Die mittlere Tote|: Hallo? &#8211; Entschuldigung? &#8211; Ich bitte um Entschuldigung&#8230;</p>
<p><em>Nach einem weiteren Augenblick Stille eine Antwort vom rechten Totenbett. Männerstimme.</em></p>
<p>|Der rechte Tote|: Ja?<br />
|Die in der Mitte|: Ah, da ist jemand.<br />
|Der rechte Tote|: Ich bin mir nicht sicher.<br />
|Die in der Mitte|: Worüber?<br />
|Der rechte Tote|: Ob ich mich noch so bezeichnen kann.<br />
|Die in der Mitte|: Was meinen sie?<br />
|Der Rechte|: Ob ich mich noch als &#0187;jemand&#0171; bezeichen kann.<br />
|Die in der Mitte|: Ich verstehe. Bei mir ist es &#8211; ist es im Grunde genauso.</p>
<p><em>Eine weitere Männerstimme, diesmal vom linken Totenbett, schaltet sich ein.</em></p>
<p>|Der linke Tote|: Ja. Ja, genau. Ich bin übrigens auch noch da.<br />
|Der Rechte|: Nanu? Wo sind sie? Da?<br />
|Der linke Tote|: Ja, da. Mehr oder weniger, heißt das.</p>
<p>Stille. Aus der Abstellkammer Poltern. Kichern.</p>
<p>|Die in der Mitte|: Sie beide vermuten also &#8211; dasselbe wie ich?<br />
|Der linke Tote|: Sie meinen wahrscheinlich&#8230;<br />
|Der Rechte|: &#8230;das wir&#8230;<br />
|Die in der Mitte| (<em>gewichtig</em>): &#8230;tot sind. Ganz recht.</p>
<p><em>Stille.</em></p>
<p>|Der linke Tote|: Und jetzt?</p>
<p><em>Aus der Abstellkammer jetzt gelegentliche, sehr gemächliche Lustschreie von Mann und Frau.</em></p>
<p>|Die Mittlere|: Ja, was jetzt?<br />
|Der Rechte| (<em>vage</em>): Ich hatte mir das anders vorgestellt.<br />
|Der linke Tote| (<em>ungeduldig</em>):  Irgendwas wird doch wohl noch kommen!<br />
|Die Mittlere|: Ich liege hier schon eine ganze Weile. Ich habe sie beide kommen hören, am Quietschen der Räder.<br />
|Der linke Tote| (<em>fühllos</em>): Es war wie ein unklarer Schlaf. Wie wenn man unerwartet einnickt, aber nicht ganz in den Schlaf findet.<br />
|Der Rechte|: Bei mir war es wie ein plözlichlicher Kopfschmerz.<br />
|Die Mittlere|: Und mir sind bloß die Glieder schwer geworden, unmöglich schwer. Wie nach einem Tag Feldarbeit.<br />
|Der Rechte|: Aber es wird doch wohl noch was kommen?<br />
|Die Mittlere|: Ich bin schon eine ganze Weile hier.<br />
|Der linke Tote|: Sie haben uns kommen hören?<br />
|Die Mittlere|: Ja, am Quietschen der Räder.<br />
|Der Rechte|: Diese schrecklichen Betten.<br />
|Der linke Tote|: Das Laken riecht nach chemischer Reinigung.<br />
|Der Rechte|: Ich habe mir immer eine Läuterung vorgestellt, hinter der, hinter der Grenze, sozusagen.</p>
<p><em>Die Lustschreie aus der Abstellkammer werden lauter, und werden jetzt von einem rhythmischen, metallischen Scheppern begleitet. Außerdem steigt ein Rauchfaden vom Kittel des Mannes auf, der vor der Tür am Boden liegengeblieben ist, weil die fallengelassene Zigarette der Frau den Stoff entzündet hat.</em></p>
<p>|Der linke Tote|: Eine Läuterung &#8211; &#8211; das war offenbar nur Metaphysik.<br />
|Der Rechte|: Ich verstehe nicht.<br />
|Die Mittlere|: Wir sind Mechanismen, die schon so lange immer und immer Abgelaufen sind, daß sie nun nicht einfach stillstehen können.<br />
|Der linke Tote|: Die Umgebung fühlt sich kühler an als sonst.<br />
|Die Mittlere|: Gott ist phantasielos.<br />
|Der linke Tote|: Es ist einfache Physik.</p>
<p><em>Der Rechte hat sich offenbar verschluckt und hustet stark.</em></p>
<p>|Der linke Tote|: Ihre Reflexe scheinen weiterhin zu funktionieren.<br />
|Die Mittlere| (<em>schlafwandlerisch</em>): Wann immer ich einmal ein Insekt zerdrückt hatte und es mit den Beinen in der Luft strampelte, während seine Körperflüssigkeiten es mit dem Untergrund zu verkleben begannen &#8211; da habe ich mir vorgestellt, es würde sich ungefähr so fühlen.<br />
|Der linke Tote|: So wie sie sich jetzt fühlen?<br />
|Die Mittlere|: Fühlen sie sich denn nicht genauso?<br />
|Der linke Tote|: Ich fühle nichts!<br />
|Der Rechte| (<em>hat sich beruhigt, spricht aber mit merkwürdig entstellter Stimme</em>): Das klingt trotzig.<br />
|Der linke Tote|: Von wegen &#8211; ich fühle nichts.<br />
|Die Mittlere|: Ich fühle eine vage Unsicherheit.<br />
|Der linke Tote|: Was sollte denn noch geschehen?<br />
|Der Rechte|: Ja meinen sie denn, es könnte <em>so</em> bleiben?<br />
|Die Mittlere|: Irgendwohin müssen wir.<br />
|Der linke Tote|: Pha. &#0187;Der letzte Gang.&#0171; Gehen werden wir dabei allerdings nicht, soviel ist sicher.<br />
|Der Rechte|: Aber fort müssen wir doch, hier können wir nicht bleiben.<br />
|Die Mittlere|: Eine vage Unsicherheit, die allmählich zu soetwas wie Furcht wird, meine ich.<br />
|Der linke Tote|: Ich habe nichts zu fürchten. Ich habe immer den Anforderungen entsprochen, auch obwohl ich nicht an die Anforderungen geglaubt habe.<br />
|Der Rechte|: Ich habe immer geglaubt.<br />
|Die Mittlere|: Gott ist offenbar phantasielos.</p>
<p><em>Aus dem Kittel am Boden vor der Tür schlagen Flammen.</em></p>
<p>|Der linke Tote|: Wir sind Mechanismen, die nicht stillstehen wollen.<br />
|Der Rechte|: Der Geist ist eine unendliche Bewegung.<br />
|Die Mittlere| (mit Abscheu): Nur das nicht.<br />
|Der Rechte|: Jemand wird kommen, um mich abzuholen.<br />
|Der linke Tote|: Ja, davon können wir wohl ausgehen.<br />
|Der Rechte|: Ein Engel.<br />
|Der linke Tote|: Bloß eine Wunschvorstellung.<br />
|Der Rechte|: Ja, haben sie es sich denn so vorgestellt, wie es jetzt für uns tatsächlich gekommen ist?<br />
|Die Mittlere| (<em>schlafwandlerisch</em>): Feuer im Nachbarviertel. Der Rauch kommt durch das geöffnete Küchenfenster. Und man denkt zuerst, im Herd wäre etwas verbrannt.<br />
|Der Rechte|: Man stirbt so, wie man gelebt hat.<br />
|Der linke Tote| (<em>sarkastisch</em>): Von wegen. Bei mir war immer mehr los als hier.<br />
|Der Rechte|: Ich meine das &#8211; im übertragenen Sinne.<br />
|Der linke Tote|: Für Spekulationen ist&#8217;s jetzt zu spät.</p>
<p><em>Mittlerweile hat die Tür der Abstellkammer ebenfalls Feuer gefangen und brennt ergiebig, jedoch ohne daß Frau und Mann im Innern ihren Beischlaf unterbrechen würden. Im Gang steht immer dichter werdender Rauch.</em></p>
<p>|Die Mittlere|: Man stirbt so, wie man gelebt hat.<br />
|Der Rechte|: Das ist ein ungerechtes Gesetz.<br />
|Der linke Tote|: Jemand wird kommen, um mich abzuholen.<br />
|Die Mittlere| (<em>schlafwandlerisch</em>): Das Nachbarviertel brennt. Man blickt aus dem Küchenfenster und sieht den Wiederschein der Flammen hinter den Dächern der nächsten Häuser.<br />
|Der Rechte|: Wem gelingt es schon, so zu leben, wie er es sich vorgenommen hat?<br />
|Der linke Tote|: Das Leben fragt nicht, was man vorhat; das Leben wartet nicht, bis man weiß, was man anfangen will.<br />
|Die Mittlere| (<em>weiter</em>): Lange, bevor man die Sirenen der Feuerwehr hört, hört man die ersten Schreie.<br />
|Der Rechte|: Eine kindische Vorstellung, das irgendwer irgendwen fragen würde.<br />
|Der linke Tote|: Aber man muß sich ja<em> irgendetwas</em> vorstellen.<br />
|Der Rechte|: Was sollte man auch sonst mit sich anfangen?</p>
<p><em>Die Tür brennt nun lichterloh, auch die Deckenverkleidung im Gang hat Feuer gefangen. Eine der Leuchtstoffröhren platzt. Aus der Abstellkammer hört man den Angstschrei der Frau.</em></p>
<p>|Der Mann|: Oh, Gott!<br />
|Die Frau|: Raus! Wir müssen raus!<br />
|Der Mann|: Wie, wie, die Tür.<br />
|Die Frau|: Da, die Sauerstoffflasche. Damit schlagen wir die Tür ein.</p>
<p><em>Man hört schweres Husten vom Mann. Auch von der Frau.</em></p>
<p>|Die Mittlere| (<em>weiter</em>): Und man steht am Küchenfenster und trocknet zögerlich das Geschirr ab. Man ist nämlich beim Abwasch. Man sieht zu, wie die Flammen hinter den Dächern der nächsten Häuser heller werden. Man hört die Sirenen der Löschzüge. Aber der Abwasch erledigt sich nicht von selbst.<br />
|Der linke Tote|: Vielleicht, wenn man eine bestimmte Vorstellung bis zum Schluß behalten hätte?<br />
|Der Rechte|: Wenn es einem gelungen wäre, so zu leben, daß man am Ende nicht ungern stirbt.<br />
|Der linke Tote|: Ob noch jemand kommt, um uns abzuholen?<br />
|Die Mittlere|: Wir sind wohl vergessen worden.</p>
<p><em>Die Sauerstoffflasche wird von innen gegen die Tür geschlagen. Bald eine Unterbrechung und Husten. Wieder Pochen, Husten. Ein, zwei letzte Schläge gegen die Tür, dann Stille.</em></p>
<p>|Der Rechte| (<em>vage</em>): Wenn es etwas zu erwarten gäbe.<br />
|Die Mittlere| (<em>weiter schlafwandlerisch</em>): Ich stehe beim Abwasch am Küchenfenster. Ich weiß nicht, was ich sonst tun sollte.</p>
<p><em>Ein Mann, gekleidet in eine Tunika, mit Vollbart und langen Haaren, betritt den Gang. Er geht zögerlich, unsicher oder träumerisch. Er geht bis zu den Totenbetten.</em></p>
<p>|Die Mittlere| (<em>unverändert</em>): Ich stehe am Fenster, ich halte den letzten Teller in der Hand und merke, wie müde ich geworden bin.<br />
|Der Rechte|: Ist da jemand?<br />
|Der linke Tote|: Ich möchte jetzt nach Hause, bitte.</p>
<p>Der bärtige Mann nestelt unentschlossen am Laken, daß über das Mittlere der Totenbetten gebreitet liegt. Dann geht er zum Bühnenrand und zieht einen der Vorhänge zu. Dann den zweiten, hinter dem er mit allem übrigen verschwindet.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Death by Tray</title>
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		<pubDate>Sat, 14 May 2011 14:46:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Mokrys Peripatien]]></category>
		<category><![CDATA[Göttinnen]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbankrott]]></category>
		<category><![CDATA[Wilde Tiere]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein sehr beleibter Herr mittleren Alters, geziert mit einem walroßartigen Oberlippenbart, betritt den Aufenthaltsraum. Roßfäller führt das Walroß am Oberarm, während Leimbach eine merkwürdige Konstruktion hintendrein trägt: Ein Lattengestell, das auf einer Seite mit Stoff behangen ist. Das Walroß selbst trägt einen Beutel in seiner freien Hand. Roßfäller schiebt den Patienten auf ein neu aussehendes, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://erinyen.blogspot.com/"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/09/Erinnye-e1285013859487-238x300.jpg" alt="" title="Titelbild des anarcho-feministischen Magazins »Erinyen« (Ausgabe #2)" width="238" height="300" class="rand size-medium wp-image-9203" /></a></p>
<p><em>Ein sehr beleibter Herr mittleren Alters, geziert mit einem walroßartigen Oberlippenbart, betritt den Aufenthaltsraum. Roßfäller führt das Walroß am Oberarm, während Leimbach eine merkwürdige Konstruktion hintendrein trägt: Ein Lattengestell, das auf einer Seite mit Stoff behangen ist. Das Walroß selbst trägt einen Beutel in seiner freien Hand. Roßfäller schiebt den Patienten auf ein neu aussehendes, sehr breites Sofa zu, das auf einem Podest steht. Dort läßt sich der beleibte Herr nieder, neben ihm stellt Leimbach das merkwürdige Lattengestell ab. Unterdessen führen Mokry und Epiglotter eine Unterhaltung.</em></p>
<p>Mokry: Bah!<br />
Epiglotter: Damit haben sie recht!<br />
Mokry: Und die Allgemeinheit&#8230;<br />
Epiglotter: Ach, hören sie auf!<br />
Mokry: Ja, die Allgemeinheit denkt&#8230;<br />
Epiglotter: Denkt sie!<br />
Mokry: Als ob sie das jemals wirklich täte.<br />
Epiglotter: Da ist der Konjunktiv nur angebracht.<br />
Mokry: Wohlsein! <span id="more-9187"></span></p>
<p><em>Er hebt ein bloß eingebildetes Glas. Epiglotter prostet ihm mit leerer Luft freundlich zu.</em></p>
<p>Epiglotter: Wozu sollte man noch destillierte Flüssigkeiten brauchen&#8230;<br />
Mokry: Der hohle Dunst ist dieser Tage weit genug davon entfernt&#8230;<br />
Epiglotter: &#8230;nüchtern zu sein &#8211; sie haben recht&#8230;<br />
Mokry: &#8230;also dann&#8230;<br />
Epiglotter: Prost!</p>
<p><em>Epiglotter und Mokry heben ihre unsichtbaren Gläser an die Lippen und leeren sie mit einem tiefen, kämpferischen Zug.</em></p>
<p>Epiglotter und Mokry (<em>unisono</em>): Aah!<br />
Epiglotter: Das tut gut.</p>
<p><em>Das Walroß lacht prustend aus dem Hintergrund. Epiglotter und Mokry wenden sich um.</em></p>
<p>Epiglotter: Aha!<br />
Mokry: Stör uns nicht, Dickerchen!<br />
Epiglotter: Wo waren wir stehengeblieben?<br />
Mokry: Wir hatten von der vollständigen und abschließenden Beliebigkeit allen Problembewußtseins gesprochen.<br />
Epiglotter: Das ist eine druckreife Zusammenfassung.</p>
<p><em>Die beiden prosten sich wieder zu.</em></p>
<p>Epiglotter: Nachschub ist reichlich vorhanden.</p>
<p><em>Das Walroß wühlt in seinem Beutel. Dann nimmt er das merkwürdige Gestell zur Hand, schraubt und schiebt daran herum. Mokry und Epiglotter sehen kurz zu.</em></p>
<p>Mokry: Am Ende ist es doch so: Wo immer einer sich hinwendet, er kann sich nicht sicher sein, ob er sich nicht doch eigentlich viel eher in die entgegengesetzte Richtung hätte wenden sollen.<br />
Epiglotter: Und Meinungen sind ohnehin Makulatur. Wer könnte schon von sich behaupten, etwas zu <em>meinen?</em></p>
<p><em>Das letzte Wort spuckt Epiglotter wie einen Frosch aus. Mokry und er lachen schallend. Das Wahlroß stimmt mit ein &#8211; und setzt sich daraufhin das Gestell auf die Schultern. Es ist eine kleine Bühne, mit Rampe und Vorhang. Das Walroß sitzt nun mit geschlossenem Vorhang ruhig auf dem Sofa. Die Diskutanten im Vordergrund machen sich nichts daraus.</em></p>
<p>Mokry: Im Grunde ist eine Meinung für uns doch bloß eine Art Kleidungsstück. Man geht ja schließlich nicht nackt vor die Tür&#8230;<br />
Epiglotter: &#8230;und bemüht sich um einen gewissen Stil&#8230;<br />
Mokry: &#8230;aber ob jemand nun das eine oder andere anzieht&#8230;<br />
Epiglotter: &#8230;danach kräht kein Hahn.<br />
Das Walroß (<em>von hinter dem Vorhang vor seinem Gesicht</em>): Kiekeriki!<br />
Epiglotter: Es wird ja ohnehin alles immer unsichtbarer.<br />
Mokry: Ja, so ist es, und da ist Gleichgültigkeit nur folgerichtig.<br />
Epiglotter: Es kann einem ja alles wichtig sein, und also&#8230; (<em>er übergibt Mokry mit einer Geste das Wort</em>)<br />
Mokry: &#8230;ist am Ende nichts wichtig.<br />
Epiglotter: Allein das zu bemerken ist schon albern.<br />
Mokry: Prost!<br />
Epiglotter: Wohl bekomm&apos;s!</p>
<p><em>Das Walroß hat nunmehr seine Vorbereitungen abgeschlossen. Er hat mittlerweile seine Hände beiderseits vor seinem Kopf von unten durch zwei Öffnungen in den Kasten gesteckt. Der Vorhang öffnet sich. Im Hintergrund der kleinen Bühne prangt das Walroßgesicht, allerdings jetzt leuchtend rot geschminkt. Auf seinen Händen stecken zwei nackte und magere androgyne Puppen, eine stehend, die andere kniend. Die knieende Puppe schreit mit der verstellten Stimme des Walrosses:</em> TÖTE MICH! <em>woraufhin die andere Puppe diesen Wunsch mit verschiedenen, vom Walroß anschaulich gemachten Mitteln entspricht.</em></p>
<p><em>Währenddessen machen Mokry und Epiglotter eine Aufzählung, als würden sie ein Gesellschaftsspiel spielen.</em></p>
<p>Epiglotter: Was gäbe es denn da. Hm. Zum Beispiel: Hungersnot.<br />
Walroß: Töte mich!<br />
Mokry: Wasserknappheit.<br />
<em>Die Puppe wird erstochen.</em><br />
Epiglotter: Atomkraft.<br />
Walroß: Töte mich!<br />
Mokry (<em>in päpstlichem Singsang</em>): Ein-Computervirus-der-sämtliche-Bankkonten-der-Welt-auf-Null-stellt.<br />
<em>Wird erwürgt.</em><br />
Epiglotter: Das Aussterben der Bienen.<br />
Mokry: Ha, ha &#8211; eine kleine Ursache&#8230;<br />
Epiglotter: &#8230;mit großer Wirkung.<br />
Walroß: Töte mich!<br />
<em>In der Tür erscheint die Krankenschwester.</em><br />
Mokry: Terroranschläge mit Atomsprengsätzen.<br />
Epiglotter: Aber &#0187;Atom&#0171; hatten wir schon.<br />
Mokry: Na gut, eine Pandemie des schwarzen Todes.<br />
Epiglotter: Das ist aber ziemlich romantisch.<br />
<em>Das Walroß zersägt die knieende Puppe mit einer Motorsäge.</em><br />
Epiglotter: Der Einschlag eines Asteroiden.<br />
Walroß: Töte mich!<br />
Epiglotter: Ein Rachefeldzug ausgebrochener Versuchs-Schimpansen.<br />
<em>Die Puppe wird auf einem elektrischen Stuhl gebraten.</em><br />
Mokry: Äh&#8230; die Klimaerwärmung.<br />
Epiglotter: Veto! Viel zu allgemein.<br />
Mokry: Na gut&#8230;<br />
<em>Die Krankenschwester hält sich grimmig die Ohren zu und tritt vom einen Bein auf das andere.</em><br />
Mokry: Das globale Zusammenbrechen der landwirtschaftlichen Erträge.<br />
Epiglotter: So wird ein Schuh draus!<br />
Das Walroß (<em>sehr schrill</em>): Bitte, töte mich!<br />
<em>Die Schwester macht ein paar zögerliche Schritte auf das Walroß zu.</em><br />
Epiglotter: Der Zusammenbruch der Demokratie.<br />
<em>Mokry droht Epiglotter ironisch mit dem Zeigefinger.</em><br />
Mokry: Oh-ho, sie wollen weit hinaus.<br />
<em>Geschickt spielt der Dicke die stehende, mordende Puppe derart, daß sie nun ein Seil unter dem Bühnendach verknotet. Es taucht ein Stuhl auf, die knieende Puppe erhebt sich, um, bedrängt von ihrem mehrfachen Mörder, auf den Stuhl zuzuwanken. Ihr wird daraufhin von der anderen Puppe das Seil um den Hals gelegt.</em><br />
Epiglotter: Eine neue Völkerwanderung aus Klimaflüchtlingen! Die Straße von Gibraltar wird, trotz der vehementen Gegenwehr europäischer Grenztuppen, spätestens wenn sie mit Leichen aufgefüllt ist, passierbar werden. Und dann&#8230;<br />
<em>Mokry gibt eine eigenwillige Interpretation von <a href="#trauermarsch">Chopins Trauermarsch</a><a name="retour">&ensp;</a>zum Besten.</em><br />
<em>Die Schwester hat sich hinter das Sofa geschlichen, auf dem das Walroß sitzt. Glutäugig, als wäre sich eine der Erinnyen, rauft sie sich tonlos die Haare und scheint einen inneren Ringkampf auszustehen.</em><br />
Epiglotter: Dann wird das Unrecht, das sich über Generationen jenseits des Wohlstandszauns aufgestaut hat &#8211; es wird durchbrechen und wird die fette Pfründe überschwemmen, daß kein Stein auf dem anderen bleibt.<br />
<em>Die Mörderpuppe im Theaterkasten des Walrosses tritt den Stuhl weg: die Opferpuppe baumelt am Seil und zuckt mit den sterbenden Gliedmaßen.</em><br />
Mokry (<em>verneigt sich vor Epiglotter</em>): Ich habe nichts hinzuzufügen.<br />
<em>Die Schwester zieht aus einer Tasche ihres Kittels einen armlangen, aufgerollten Metalldraht hervor. An seinen Enden befinden sich zwei Griffschlaufen, die die Schwester nun ergreift. Sie wirft dem wohlbeleibten Mann auf dem Sofa diesen Würgedraht mit einem Schwung aus den Handgelenken um den Hals und zieht fest zu.</em><br />
Das Walroß: Aaargh-Roaaa-Grrrch.<br />
<em>Epiglotter und Mokry werden auf das Spektakel aufmerksam.</em><br />
Mokry: Nanu&#8230;<br />
Epiglotter: Es sieht ganz so aus, als würde sein gespielter Wunsch nun Lebenswirklichkeit.<br />
Das Walroß: H-hilfe.<br />
Mokry: Er bestitz offenbar keinen Humor.<br />
Epiglotter: Dabei ist die Ironie ganz offensichtlich.<br />
<em>In seinem Todeskampf führen die Puppen auf den Händen des Walrosses, eine davon weiterhin von dem modellhaften Deckenbalken hängend, wilde Tänze auf.</em><br />
Epiglotter: Was ist nun aber Wirklichkeit&#8230;<br />
Mokry: &#8230;und was ist das Schauspiel?</p>
<p><em>Das Walroß röchelt und stirbt.<br />
Während der füllige Leib auf dem Sofa zusammensinkt, fällt vor der Kastenbühne der Vorhang.</em></p>
<p>Die Schwester (<em>deklamiert zornig-erregt</em>):<br />
&#0187;So ist gestürzt ein Haus; doch nicht war wert zu verderben<br />
Eines allein: wo Erde sich dehnt, herrscht wilde Erinnys.<br />
Jeder, so dächte man, schwor zum Vergehn. Auf alle denn falle<br />
Ohne Verzug &#8211; so steht der Entschluss &#8211; die verwirkete Strafe!&#0171;<br />
Iupiters Worte lobt ein Teil, und des Grollenden Ingrimm<br />
Stacheln sie an; ein Teil stimmt zu durch Zeichen des Beifalls.<br />
Allen jedoch weckt Schmerz der Verlust des Menschengeschlechtes:<br />
Welch Aussehen hinfort, so fragen sie, werde die Erde<br />
Zeigen, von Sterblichen leer? wer Weihrauch auf die Altäre<br />
Streuen? ob reißendes Wild denn solle verheeren die Länder?<br />
Doch den Besorgten verbietet &#8211; er werde des Weiteren walten &#8211;,<br />
Bang zu verzagen, das Haupt der Unsterblichen, und er verheißet<br />
Ungleich früherem Volk ein Geschlecht seltsamer Entstehung. (<a href="#ovid">&lowast;</a>)<a name="retour2"></a></p>
<p><em>Mokry und Epiglotter heben ihre imaginierten Gläser</em></p>
<p>Beide: Sehr zum Wohle, Schwester <em>Teisiphone!</em></p>
<p><em>Die Schwester macht einen Schritt in ihre Richtung, Mokry und Epiglotter schleunigst &#8211; ab.</em></p>
<p>Die Schwester: Laut schreit der Mord<br />
Und auf eiligen Schwingen<br />
Kommt, den er herbeigerufen, der Mord<br />
Mordet den Mörder zuletzt.</p>
<p><em>Die Schwester rollt sorgfältig ihr Würgewerkzeug auf, richtet sich die Haare, zieht den Lippenstift nach, lächelt probeweise &#8211; ab.</em></p>
<hr />
<p><a name="trauermarsch"></a>Chopins &#0187;Trauermarsch&#0171; Op 35, no. 2 kann sich der geneigte Leser, exempli gratia, vor Ohren führen in einer <a href='http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/09/DePachmann_74304.mp3' title="Chopin Op. 35, No. 2">Klavierfassung.</a><br />
Sie wurde eingespielt durch Vladimir de Pachmann (1848-1933), und zwar eine Schellack-Pressung mit einer Aufnahme aus dem Jahre 1912. <a href="#retour">[&uarr; zurück]</a></p>
<p>(&lowast;) <a name="ovid"></a>Die Schwester führt eine <a href="http://www.gottwein.de/Lat/ov/ovmet01151.php#Lycaon" class="floatbox" rev="width:90% height:90% disableScroll:true showNewWindow:true controlsPos:tr">Passage</a> aus Ovids &#0187;Metamorphosen&#0171; im Munde, nämlich den &#0187;Götterbeschluss, die Menschen auszurotten&#0171; (Buch I, 240-252). <a href="#retour2">[&uarr; zurück]</a></p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Mokrys Peripatien]]></series:name>
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		<title>auferstehung (#2)</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Apr 2010 10:40:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Auferstehung]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Nerven]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerz]]></category>
		<category><![CDATA[Tiere]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Wiedergeburt]]></category>

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		<description><![CDATA[im unwahrscheinlichen fall, daß zutrifft, was man sagt, landläufig und allgemein bestritten &#8212; wenn zutrifft, was man sagt, nun, über die auferstehung der toten: ich hätte den wunsch, meinem tod zu entsteigen als ein vogel, mit einem zitternden herzen, mit hohlen knochen und einem bloß kurzen, stürzend versungenen leben. &#8212; überhaupt denke ich, daß der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/04/spaten.jpg" class="floatbox" rev="group:6780 caption:`Teleskopspaten von Fiskars`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/04/spaten-300x300.jpg" alt="" title="Teleskopspaten von Fiskars" width="300" height="300" class="rand size-medium wp-image-6783" /></a></p>
<p>im unwahrscheinlichen fall,<br />
daß zutrifft, was man sagt,<br />
landläufig und allgemein<br />
bestritten &#8212; wenn zutrifft,<br />
was man sagt, nun,<br />
über die auferstehung der toten:</p>
<p>ich hätte den wunsch,<br />
meinem tod zu entsteigen<br />
als ein vogel, mit einem<br />
zitternden herzen, mit<br />
hohlen knochen und<br />
einem bloß kurzen,<br />
stürzend versungenen leben.</p>
<p>&#8212; überhaupt denke ich,<br />
daß der durst nach sterben<br />
größer wird mit jedem<br />
bestandenen sterben,<br />
nach variationen in diesem<br />
begierdigen, samtenen spiel, &#8212; </p>
<p>deswegen hoffe ich,<br />
auch einmal als reh<br />
gefressen zu werden;<br />
und als nackter, einsamer<br />
wanderer dem knarren<br />
hagerer bäume für<br />
vierzig helle tage<br />
übergeben zu werden,<br />
bis eine rotte sauen<br />
mich reißt.</p>
<p>und dann die schwarze<br />
kühle erde zu trinken,<br />
als regenwurm; immer<br />
durstig zu sein, bis<br />
ein klingender, kalter<br />
spaten mir meinen leib<br />
auftrennt, und die nerven<br />
singen wie fäden<br />
gespannter seide.</p>
<p>ich hoffe, womöglich<br />
irgendwann mich dann<br />
ganz aufgeben zu wollen &#8212;<br />
aber zuvor noch möchte ich<br />
mit zehntausend blättern<br />
als baum in den wind greifen<br />
und dann vielleicht<br />
in gott untergehen,<br />
in den letzten,<br />
den größten, jenen<br />
überbordenden tod.</p>
<hr />
&rarr; Schon einmal: <a href="http://www.rauhfasler.de/2007/auferstehung">&raquo;Auferstehung&laquo;</a> (2007)</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>In mortis atrio</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Apr 2010 11:21:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>
		<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Anatomie]]></category>
		<category><![CDATA[Brustraum]]></category>
		<category><![CDATA[Christus]]></category>
		<category><![CDATA[Fossilien]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Vergessen]]></category>

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		<description><![CDATA[So wie man sagt, Ist von höchster Stelle Festgesetzt dein Grab, Zu irgendwelchen Zwecken: Als Opfer Für den sonderbaren Appetit An Tod und Aberwitz. Du bist vor Menschenaltern hingeschieden, Deine Knochen hat der Stein verschluckt. Viellleicht treibst du In Gesellschaft von Fossilien Durch die Zeiten hin, Wie Trilobiten ebenfalls Und Urzeitammoniten. Ich habe Glocken läuten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/04/splitter-ziehen.jpg" class="floatbox" rev="group:6703 caption:`Einen Splitter fachgerecht entfernen`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/04/splitter-ziehen.jpg" alt="" title="Einen Splitter fachgerecht entfernen" width="278" height="243" class="rand size-full wp-image-6723" /></a></p>
<p>So wie man sagt,<br />
Ist von höchster Stelle<br />
Festgesetzt dein Grab,<br />
Zu irgendwelchen Zwecken:<br />
Als Opfer<br />
Für den sonderbaren Appetit<br />
An Tod und Aberwitz.</p>
<p>Du bist vor Menschenaltern hingeschieden,<br />
Deine Knochen hat der Stein verschluckt.<br />
Viellleicht treibst du<br />
In Gesellschaft von Fossilien<br />
Durch die Zeiten hin,<br />
Wie Trilobiten ebenfalls<br />
Und Urzeitammoniten.</p>
<p>Ich habe Glocken läuten hören,<br />
Als der Vorhang anamnestisch riß,<br />
Zur Dritten Stunde. Heutzutage<br />
Wird das Gewitter aber<br />
Eingespart und die Erhebung auch<br />
Der Toten aus den Gräbern.</p>
<p>Ich habe Glocken läuten hören<br />
Zur Dritten Stunde, die<br />
Mir schon eigentlich entfallen war:<br />
Die kleinen Dinge leben üppig,<br />
Du Monolith des Sterbens bist<br />
Ein Schatten nur darauf &#8211;<br />
Ich glaube deinen Tod.</p>
<p>Vielleicht gehst du,<br />
Vom großen Schöpfer aufgeweckt,<br />
Jetzt knochenlos umher &#8211;<br />
Ein Geflecht aus Silberfäden &#8211;</p>
<p>Und wunderst dich<br />
Wie man mit spitzen Fingern<br />
Dich immerzu hervorholt und<br />
Gewaltig große Worte dir<br />
Zu Häupten schreibt,<br />
König der Opfer du,<br />
Rex, Pantokrator, den<br />
Man außeinanderreißt<br />
Und Worte macht, und Worte.</p>
<p>Die Dritte Stunde war<br />
Mir eigentlich entfallen, und<br />
Dann fand ich plötzlich doch<br />
Erstaunt vom Kreuz einen Splitter<br />
<em>In atrio coronalis,<br />
In <a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/04/mortis-atrio.html" class="tooltip-klick floatbox" rev="width:400px height:90% disableScroll:true showNewWindow:true controlsPos:tr">mortis atrio &#8211;<span>Das <strong>Atrium mortis</strong>, Unwohlseyn und die wegfallenden <strong>&raquo;Haupt&shy;lebens&shy;thätig&shy;keiten&hellip;&laquo;</strong></span></a></em><br />
Im Vorhof meines Herzens.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[ne adpropies]]></series:name>
	</item>
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		<title>sturz #2 (gehör)</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2010/sturz-2-gehoer</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2010/sturz-2-gehoer#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 24 Mar 2010 11:19:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Fenster]]></category>
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		<category><![CDATA[Geräusch]]></category>
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		<category><![CDATA[Stille]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Vögel]]></category>

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		<description><![CDATA[dem sterbenden vogel der sein inneres über die schräge unsäglich weiße aluminumfläche dort draußen am fenster ausgießt und dabei mühsam um atem ringt zwischen den beiden klaffenden hälften seines leuchtend gelben schnabels (innen sind sie rot und eine zerbrechliche zunge liegt dazwischen entblößt). dem sterbenden vogel hänge ich nach während mir vor den ohren der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/03/bussardschnabel.jpg" class="floatbox" rev="group:6236 caption:`Schnabel eines Bussards`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/03/bussardschnabel-300x227.jpg" alt="" title="Schnabel eines Bussards" width="300" height="227" class="rand size-medium wp-image-6238" /></a></p>
<p>dem sterbenden vogel<br />
der sein inneres<br />
über die schräge<br />
unsäglich weiße<br />
aluminumfläche dort<br />
draußen am fenster<br />
ausgießt und dabei<br />
mühsam um atem ringt</p>
<p>zwischen den beiden<br />
klaffenden hälften<br />
seines leuchtend<br />
gelben schnabels<br />
(innen sind sie rot und<br />
eine zerbrechliche zunge<br />
liegt dazwischen entblößt).</p>
<p>dem sterbenden vogel<br />
hänge ich nach<br />
während mir vor den ohren<br />
der klang seines<br />
brechenden kopfes<br />
in der stille rückkoppelt.</p>
<p>zu nebensächlich ist<br />
der letzte atemzug<br />
eines vogel als daß<br />
er hörbar wäre</p>
<p>ich hoffe gen ende<br />
auf ein feines gehör<br />
in meiner nähe.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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