<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	xmlns:series="http://unfoldingneurons.com/"
	>

<channel>
	<title>Rauhfasler &#187; Traum</title>
	<atom:link href="http://www.rauhfasler.de/tag/traum/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.rauhfasler.de</link>
	<description>Verbrauchende Versuche mit Wörtern</description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 14:26:48 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	
		<item>
		<title>Schwarzmond</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2010/schwarzmond</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2010/schwarzmond#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 21 Dec 2010 14:14:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Frost]]></category>
		<category><![CDATA[Mond]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstähnlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Traum]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rauhfasler.de/?p=11172</guid>
		<description><![CDATA[Ein schwarzer Mond wir Gleich wird die Nacht untergehen Betrachten ihn träumend Und pfeifend schlagen Die Zeitungen ein vor den Türen Mit Wangen die blau Vom Morgenfrost oder Vom Weinbrand gebrannt sind Wir träumen, jeder träumt Auf eigene Rechnung Von Schaltlitze und Zedernholz Oder unordentlichen Talsenken In der inneren Landschaft: Der schwarze Mond versinkt Unter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/12/schaltdraht.jpg" class="floatbox" rev="group:11172 caption:`Schaltdraht`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/12/schaltdraht-300x174.jpg" alt="" title="Schaltdraht" width="300" height="174" class="rand size-medium wp-image-11188" /></a></p>
<p>Ein schwarzer Mond wir<br />
Gleich wird die Nacht untergehen<br />
Betrachten ihn träumend<br />
Und pfeifend schlagen<br />
Die Zeitungen ein vor den Türen<br />
Mit Wangen die blau<br />
Vom Morgenfrost oder<br />
Vom Weinbrand gebrannt sind<br />
Wir träumen, jeder träumt<br />
Auf eigene Rechnung<br />
Von Schaltlitze und Zedernholz<br />
Oder unordentlichen Talsenken<br />
In der inneren Landschaft:<br />
Der schwarze Mond versinkt<br />
Unter dem stetem Surren<br />
Eines mild auffrischenden Wahns<br />
Und es wird Zeit<br />
Daß man die Kaffeemaschine<br />
Unter Strom setzt.</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2009/desiderat' rel='bookmark' title='Permanent Link: Desiderat'>Desiderat</a> <small>Immer erst zu spät Formt sich Tiefe im Innern Aus...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2007/mondstichig' rel='bookmark' title='Permanent Link: Mondstichig'>Mondstichig</a> <small>&#0187;&#8230;daß dich des Tages die Sonne nicht steche, noch der...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2010/kaffemaschine' rel='bookmark' title='Permanent Link: Kaffemaschine'>Kaffemaschine</a> <small>Die Maschine, die den Kaffee braute Hockt im Schatten in...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2010/schwarzmond/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
	
		<series:name><![CDATA[ultra nubes aurora]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>14.233</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2010/14-233</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2010/14-233#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 15 Nov 2010 11:12:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Gott]]></category>
		<category><![CDATA[Kaffee]]></category>
		<category><![CDATA[Knirschen]]></category>
		<category><![CDATA[Nacht]]></category>
		<category><![CDATA[Traum]]></category>
		<category><![CDATA[Verborgen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rauhfasler.de/?p=10614</guid>
		<description><![CDATA[Queste parole di colore oscuro vid’ïo scritte al sommo d’una porta; per ch’io: &#0187;Maestro, il senso lor m’è duro&#0171;. (Dante Alighieri, Divina Commedia,Inferno, Canto terzo) nun, namenloser gott, ich habe in dieser nacht fünftausend zeilen ausgedacht in deine richtung und frage mich, nun wieder nüchtern, wie der laue kaffee linker hand auf dem leeren tisch, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/11/calabiyau.jpg" class="floatbox" rev="group:10614 caption:`3D-Print einer Calabi-Yau-Mannigfaltigkeit von Bathsheba Grossman`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/11/calabiyau-300x257.jpg" alt="" title="3D-Print einer Calabi-Yau-Mannigfaltigkeit von Bathsheba Grossman" width="300" height="257" class="rand size-medium wp-image-10622" /></a></p>
<div style="font-size:0.9em;font-style:italic;margin-left:14em;margin-bottom:2em;">Queste parole di colore oscuro <br />
vid’ïo scritte al sommo d’una porta; <br />
per ch’io: &#0187;Maestro, il senso lor m’è duro&#0171;. <br />
<span style="font-style:normal;font-size:0.85em;">(Dante Alighieri, Divina Commedia,<br />Inferno, Canto terzo)</span></div>
<p>nun, namenloser gott, ich habe<br />
in dieser nacht fünftausend zeilen<br />
ausgedacht in deine richtung<br />
und frage mich, nun wieder nüchtern,<br />
wie der laue kaffee linker hand<br />
auf dem leeren tisch, ich frage mich<br />
an diesem halben morgen, ob<br />
du zugehört hast, jetzt,<br />
da mir alles entfallen ist?</p>
<p>nur ein leichter geschmack von angst,<br />
sie schmeckt nach kardamon,<span id="more-10614"></span><br />
ist mir geblieben von den landschaften<br />
an den innenhängen eines<br />
sehr tiefen trichters in meinem<br />
verschotterten kopf, die<br />
ich durchwandert habe<br />
auf der suche nach,<br />
auf der flucht vor &#8211;<br />
was?</p>
<p>und habe mich wohl,<br />
namenloser gott &#8211; dort<br />
unten oben in den<br />
spiegelflächen einer<br />
calabi-yau-mannigfaltigkeit &#8211;<br />
wo auch immer, man<br />
beantwortet solche fragen heute nicht mehr &#8211;<br />
und habe mich wohl<br />
ausschweifend verlaufen</p>
<p>und habe mich wohl,<br />
namenloser gott, an<br />
jambischen pentamentern und<br />
terzinen versucht<br />
auf dem irrweg, und<br />
es war die zahl der zeilen<br />
vierzehntausendzweihundertdreiunddreißig, aber &#8211;<br />
weshalb?</p>
<p>es bleibt nur der geschmack<br />
von kardamon im bodensatz<br />
eines kalten, letzten schlucks<br />
aus der kaffeetasse, linkerhand.<br />
schön ziehen die wolken und<br />
die zahnräder knirschen<br />
unter dem sehr dünnen,<br />
vibrierenden<br />
boden.</p>
<p>warum aber bist du,<br />
namenloser gott, so schüchtern<br />
und stellst dich taub,<br />
warum verbirgst du dich<br />
hinter notstandsdecken<br />
an stricken aufgehängt, sodaß<br />
du womöglich gar nichts<br />
hörst? warum<br />
ist dort, wo man fast zu dir kommt<br />
der boden so teigig vor lauter<br />
feigheit und sorge, daß<br />
man abrutscht auf dem weg<br />
hinauf auf deinen hügel?</p>
<p>man beantwortet solche fragen heute nicht mehr,<br />
aber dennoch wirst du nicht vorüberkommen<br />
an meinen vierzehntausendzweihundertdreiunddreißig<br />
von mir zwar &#8211; nicht von dir zu vergessenen zeilen.</p>
<hr />
<p>Die Seiten der Küstlerin <a href="http://www.bathsheba.com/" class="floatbox">Bathsheba Grossman</a>.</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/abnegatio-sui' rel='bookmark' title='Permanent Link: Abnegatio sui'>Abnegatio sui</a> <small>Ich habe gehört: Leerwerden sei das Ziel des Mystikers und...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2011/levitation' rel='bookmark' title='Permanent Link: Levitation'>Levitation</a> <small>Eintrag aus Riehtbiels Tagebuch mit der Nr. 21 vom 15....</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2009/halsband' rel='bookmark' title='Permanent Link: Halsband'>Halsband</a> <small>Ich sehe du hast neu Ein Halsband geschnitten Für den...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2010/14-233/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wellenfunktion</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/wellenfunktion</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2009/wellenfunktion#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 05 Dec 2009 10:06:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Elemente]]></category>
		<category><![CDATA[Schlaf]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstähnlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Traum]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rauhfasler.de/?p=5434</guid>
		<description><![CDATA[Die unterspülenden Gesichte Im Tropfenfluß der Nächte In Formeln zu fassen, um Damit schwierige Berechnungen, Zum Beispiel des Integrals, Anzustellen. Wie verbirgt sich ein Träumer So geschickt vor sich selbst? Ist es jener Zustand Der Superposition, das ist: Das prinzipielle Überallsein eines Abgeschiedenen Elementarteilchens? Immer steht das Allerkleinste In geheimer Entsprechung zu Dem Größeren, und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2009/12/4sorbital2.jpg" class="floatbox" rev="group:5434 caption:`Das 4s-Orbital der Elektronenhülle eines Atoms`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2009/12/4sorbital2-300x277.jpg" alt="Das 4s-Orbital der Elektronenhülle eines Atoms" title="Das 4s-Orbital der Elektronenhülle eines Atoms" width="300" height="277" class="rand size-medium wp-image-5439" /></a></p>
<p>Die unterspülenden Gesichte<br />
Im Tropfenfluß der Nächte<br />
In Formeln zu fassen, um<br />
Damit schwierige Berechnungen,<br />
Zum Beispiel des Integrals,<br />
Anzustellen.</p>
<p>Wie verbirgt sich ein Träumer<br />
So geschickt vor sich selbst?<br />
Ist es jener Zustand<br />
Der Superposition, das ist:<br />
Das prinzipielle Überallsein eines<br />
Abgeschiedenen Elementarteilchens?</p>
<p>Immer steht das Allerkleinste<br />
In geheimer Entsprechung zu<br />
Dem Größeren, und also<br />
Ist der Schlaf ein Teilchenbeschleuniger,<br />
Und ich war nach Schrödinger<br />
Nicht geradezu dort, wo<br />
Meine Mundwinkel im Schlaf<br />
Grundlos wieder und wieder<br />
Lächelten.</p>
<p>Und hätte doch ebenso<br />
Jeder andere sein können,<br />
Dessen Grenzen verschwanden,<br />
In einer unnachgiebigen<br />
Unschärfe.</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2011/und-werde-verweht' rel='bookmark' title='Permanent Link: Und werde verweht'>Und werde verweht</a> <small>Ich zähle meine Möglichkeiten, Erkenne mich im Radio An der...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/schlafbranden' rel='bookmark' title='Permanent Link: Schlafbranden'>Schlafbranden</a> <small>Als es dunkelt höre ich Brandend ein und aus Hier...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2009/duenung' rel='bookmark' title='Permanent Link: Dünung'>Dünung</a> <small>Der Regen rauscht In vollem Gleichmaß, Freundlich wäscht er Aus...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2009/wellenfunktion/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Erscheinung</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/erscheinung</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2009/erscheinung#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 19 Aug 2009 10:33:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bewußtseinssturz]]></category>
		<category><![CDATA[Bewußtseinszustände]]></category>
		<category><![CDATA[Brustraum]]></category>
		<category><![CDATA[Dunkel]]></category>
		<category><![CDATA[Erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Glanz]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitulation]]></category>
		<category><![CDATA[Scheitern]]></category>
		<category><![CDATA[Schlaf]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstähnlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Traum]]></category>
		<category><![CDATA[Wahn]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=4501</guid>
		<description><![CDATA[Im Augenblick da er, so sagte er, vergiftet von Geschichten, am Abend viel zu früh zu Bett gegangen war und endlich doch gewagt hatte, seine Augen zu schließen, erschien ihm als leuchtende Vision, ohne daß er irgendeinen Gegenstand oder auch nur ganz ungegenständliches Licht zu sehen bekommen hätte, als leuchtende Vision im ausdehnungslosen Bereich der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/08/Oszilloskop.jpeg" class="floatbox" rev="group:4501 caption:`Anzeige eines Oszilloskops`"><img src="/wp-content/uploads/2009/08/Oszilloskop-300x237.jpg" alt="Anzeige eines Oszilloskops (Quelle: LIFE Magazine)" title="Anzeige eines Oszilloskops" width="300" height="237" class="rand size-medium wp-image-4504" /></a></p>
<p>Im Augenblick da er, so sagte er, vergiftet von Geschichten, am Abend viel zu früh zu Bett gegangen war und endlich doch gewagt hatte, seine Augen zu schließen, erschien ihm als leuchtende Vision, ohne daß er irgendeinen Gegenstand oder auch nur ganz ungegenständliches Licht zu sehen bekommen hätte, als leuchtende Vision im ausdehnungslosen Bereich der Empfindungen nämlich: erschien ihm, wie er sich ausdrückte, die glänzende, verlockende Möglichkeit einer vollständigen Kapitulation. Tatsächlich sei es ein Glanz gewesen, projiziert auf die Innenfläche seines Selbst, trotz der Abwesenheit von Licht, ein Glanz von Schwarz, das im Begriff war, sich in Schwärze aufzulösen, ein Prickeln und unruhiges Branden, als würde man ihm die Einbildungskraft wie Zellophan zerknüllen, eine glänzende Vision, anzusehen in ihrer Unanschaulichkeit wie die Urflut selber: die Möglichkeit, den gewohnheitsmäßigen Dammbau dahingestellt sein zu lassen, vielmehr mit der Freude eines Menschen, der gleich fortgerissen werden wird, zuzusehen, wie die Flut hereinbricht und alles, was sich über den Schlamm erhebt, wieder mit ihm vermengt, bis endlich der Frieden der Ebene wiederhergestellt ist. Die Möglichkeit, es dahingestellt sein zu lassen, insbesondere das Arsenal der unabgegoltenen Möglichkeiten dahingestellt sein zu lassen, und nicht mehr auf das sanfte Flüstern zu hören, es müsse noch mehr erreicht werden. Er sagte, er habe dann kurz aufblitzend vor sich, fast, als wäre ein Flattern über seine Lider hingegangen, das Bild eines Mannes gesehen, der nichts weiter als er selbst gewesen sei, einer, der sich nackt der ganzen Welt ausgeliefert habe, die ja schließlich immer alles andere als sie selbst sei, der aber in einer Art heldenmütiger Unempfindlichkeit diesen Widerspruch nicht nur furchtlos ertragen, vielmehr gar nicht erkannt und verstanden habe und also mit dem nicht anfechtbaren Mut der Dummheit &#8211; nur er selbst gewesen sei; und dieses Bild habe einen bitteren Geschmack auf seiner Zunge hinterlassen. Da er nun aber tatsächlich vor alledem gegen seine Gewohnheit einige Märchen gelesen habe und diese Lektüre alles andere ausgelöst habe und er wohl unter einer Art von Vergiftung, unter einer Vergiftung durch Geschichten gelitten habe, sei er nunmehr fest entschlossen, beim Zubettgehen in Zukunft bloß nüchternes und rein realistisches in Betracht zu ziehen.</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2011/schmetterlinge' rel='bookmark' title='Permanent Link: Schmetterlinge'>Schmetterlinge</a> <small>Hörst du das Schweigen Das zwischen uns Glänzende Flügel ausbreitet...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2011/schlaegt-in-diesem-abend' rel='bookmark' title='Permanent Link: schlägt in diesem abend'>schlägt in diesem abend</a> <small>im abend schlägt ein herz: das herz eines &emsp; ungeschlüpften...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2011/das-bild' rel='bookmark' title='Permanent Link: Das Bild'>Das Bild</a> <small>Ein Bild, das ich fast schon Zu sehen bekomme, Der...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2009/erscheinung/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<series:name><![CDATA[Krypto|patho|graphie]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Tractatus</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/tractatus</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2009/tractatus#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 05 Aug 2009 10:34:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Mokrys Peripatien]]></category>
		<category><![CDATA[Bedeutungen]]></category>
		<category><![CDATA[Fakten]]></category>
		<category><![CDATA[leere Hüllen]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Primatisch]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachlosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Traum]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=4359</guid>
		<description><![CDATA[Mokry träumt. Er steht auf einer leeren Bühne vorne an der Rampe. Über seinem Affenkostüm trägt Mokry einen gestreiften Schlafanzug. Die Affenmaske fehlt nach wie vor. Aber Mokry hat seine Augen nun mit einer geblümten Schlafbrille bedeckt. Mokry deklamiert schlafwandlerisch: Erstens. Die Welt ist alles, was der Fall ist. Eklytos betritt die Bühne. Er trägt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="rand size-medium wp-image-4367" title="Schlafbrille" src="/wp-content/uploads/2009/08/Schlafbrille-300x204.jpg" alt="Schlafbrille" width="300" height="204" /></p>
<p><em>Mokry träumt. Er steht auf einer leeren Bühne vorne an der Rampe. Über seinem <a title="Hintergründe zum Affenkostüm" href="/2009/primat/#vorstellung" target="_self">Affenkostüm</a> trägt Mokry einen gestreiften Schlafanzug. Die Affenmaske fehlt nach wie vor. Aber Mokry hat seine Augen nun mit einer geblümten Schlafbrille bedeckt.</em></p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span> deklamiert schlafwandlerisch: Erstens. <a title="Wittgenstein: Tractatus logico-philosophicus" href="http://www.kfs.org/~jonathan/witt/tde.html" target="_blank">Die Welt ist alles, was der Fall ist.</a></p>
<p><em>Eklytos betritt die Bühne. Er trägt einen dunkelgrauen Arbeitskittel und zieht einen Reinigungswagen hinter sich her. Er beginnt, die Bühne zu fegen.</em></p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span>: Zweitens. Das logische Bild der Tatsache ist der Gedanke.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span> (bei sich): Nur daß die Tat meistens recht mager ausfällt.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span>: Drittens. Wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen.<br />
<span id="more-4359"></span><br />
<em>Eklytos weist mit einem Kehrbesen, den er gerade aus seinem Wagen gekramt hatte, triumphierend auf Mokry.</em></p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span>: Aha! Da haben wir es ja. Und man &#8250;muß&#8249; nicht nur. Nein, man sollte. Und man sollte auch wollen!<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span> (nimmt keine Notiz von Eklytos): Daraus folgt: Worüber man nicht schweigt, davon kann man auch sprechen.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span>: Wenn sie träumen, werden die Leute unordentlich. Tagsüber grunzt und knurrt er wie ein anständiger Primat und jagt die Läuse in seinem Fell. Aber sobald er die Augen geschlossen hat, faselt er von Logik.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span> (weiterhin deklamierend an der Rampe): <a title="Unverständliches über Unverständliches" href="http://philosophieblog.de/duerhager/tetens_uber_wittgensteins_tractatus_6_vo_1" target="_blank">Der Satz ist eine Wahrheitsfunktion der Elementarsätze.</a> Der Elementarsatz ist eine Wahrheitsfunktion seiner selbst.</p>
<p><em>Eklytos hat unterdessen weitergefegt. Jetzt wirft er ärgerlich seinen Besen von sich.</em></p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span>: He! Heda!<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span>: Pe überstrichen Komma Ksi überstrichen Komma En in Klammern Ksi überstrichen.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span> (erbost): Jetzt wird er vermessen! Das lasse ich mir nicht länger bieten.</p>
<p><em>Eklytos geht entschlossenen Schrittes zu seinem Reinigungswagen zurück. Er holt ein Kehrblech hervor und dann stracks zu Mokry.</em></p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span>: Alle Sätze lassen sich durch wiederholte Anwendung der Wahrheitsfunktion &#8211; nämlich: höchstens eins, nicht beides &#8211; auf die Elementarsätze darstellen.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span> (laut): Jetzt reicht mir dieser Unsinn aber!</p>
<p><em>Er versetzt Mokry mit dem Kehrblech einen Hieb auf den Hinterkopf. Der macht einen Satz nach vorne und stürzt in den Bühnengraben.</em></p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span>: Ha! Das hast du nun davon. Mir ist schwindlig von deinem Gerede – und du liegst auf der Nase!</p>
<p>Mokry klettert schnaufend und fluchend mühselig wieder auf die Bühne. Als er sich aufrappelt, ist ihm die Schlafbrille auf das Kinn gerutscht. Als er Eklytos erkennt, droht er ihm mit dem Zeigefinger.</p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span>: Sie! Sie schon wieder. Sie aufdringlicher, bärtiger Kauz. Lassen sie mich in Frieden! Ich schlafe.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span>: Trotzdem ist ihr Gefasel nicht zu ertragen.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span>: Was meinen sie?<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span> (ahmt Mokrys Tonfall nach): Das logische Bild der Tatsache ist der Gedanke. Unsinn! Schweigen sollten sie allerdings. Das ist der einzige wahre Satz in ihrem Vortrag gewesen, sie Phrasendrescher.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span> (drohend): Ach so ist das. Zwischen ihnen und mir verläuft der Schäffer&#8217;sche Strich, mein Lieber!</p>
<p><em>Er unterstreicht seine Worte, indem er sich umständlich von der Schlafbrille befreit und sie dann energisch auf den Boden wirft.</em></p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span>: Es ist mir lieber, wenn sie auf ihre Brust trommeln. Das ist immerhin allgemeinverständlich.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span>: Sie haben doch keine Ahnung! Es gibt Sätze und es gibt Gedanken. Und sie sind entweder wahr oder falsch. Wollen sie das bestreiten?<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span> (hinterhältig): Was sollte man daran in Frage stellen können?<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span> (unsicher) Na also, da haben wir&#8217;s.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span>: Ja, da haben wir es.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span>: Und sie werden doch wohl nicht bestreiten, daß alles darauf ankommt, die wahren Sätze zu finden.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span>: Sie meinen so, wie ein vollwertiger Affe mit seinem Finger in einem Termitenbau nach dessen Bewohnern stochern würde?<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span>: Wollen sie mir unterstellen&#8230;<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span>: Und wenn er sich mit seinem Finger lange genug abgemüht hat, kommt er darauf, ein Stöckchen zu benutzen.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span>: Was wollen sie damit sagen?<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span>: Nichts, der Herr, nichts.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span>: Jetzt reden sie schon.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span>: Schweigen soll man, wenn andernfalls nur Gerede entsteht.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span>: Sie reden allerdings wirr.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span>: Was ich ihnen vermitteln will&#8230;<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span>: Ja?</p>
<p><em>Eklytos holt mit dem Kehrblech aus und schlägt Mokry geräuschvoll vor die Stirn. Mokry schreit erschreckt auf und weicht zurück.</em></p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span> (außer sich): Was soll das, sie irrer. Wenn ich sie&#8230;</p>
<p>Mokry stürzt sich auf Eklytos, der elegant ausweicht. Mokry verfolgt Eklytos und beide umkreisen sich eine Weile wie Boxer im Ring. Dann baut Mokry sich breitbeinig auf und trommelt nach Affenmanier auf seine Brust.</p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span>: Na endlich! Sie finden zu ihrer alten Form zurück.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span> reißt sich zusammen. Verwirrt: Aber?<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span>: Je wortkarger sie werden, desto mehr kann man mit ihnen anfangen.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span>: Sie wollen mich in die düstere Sprachlosigkeit zurückschleudern, sie Teufel.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span>: Die Sprache kommt ihnen jedenfalls nur dazwischen.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span> (rezitativ): Der Gedanke ist das Bild der Tatsache. – Und von ihnen kann man nur sagen, daß sie nicht im Bilde sind.</p>
<p><em>Eklytos tritt dicht an Mokry heran.</em></p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span>: Halten sie sich an die Tatsachen und faseln sie nicht von irgendwelchen Bildern. Sie produzieren doch nur Kitsch.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span>: Was?<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span>: Wenn sie zu ihrem Fell stehen könnten, würden sie nicht so eine alberne Figur abgeben.<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span> blickt an sich herab. Entrüstet: Das ist doch wohl&#8230;<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span>: Wissen sie, was der Fall ist?<br />
<span style="font-variant: small-caps;">Mokry</span> (herausfordernd): Nun?</p>
<p><em>Eklytos holt mit seinem Kehrblech aus und schlägt es Mokry noch einmal scheppernd auf den Kopf. Mokry sinkt bewußtlos zusammen.</em></p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span>: Das.</p>
<p><em>Eklytos geht zu seinem Wagen, verstaut das Kehrblech, nimmt den Besen wieder an sich und setzt seine Arbeit fort.</em></p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Eklytos</span> (beiläufig): Ob eine geträumte Bewußtlosigkeit wohl als logischer Widerspruch zu gelten hat?</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2009/unrat-2' rel='bookmark' title='Permanent Link: Unrat'>Unrat</a> <small>Mokry sitzt auf einem öffentlichen Platz, auf einer Bank für sich...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2009/primat' rel='bookmark' title='Permanent Link: Primat'>Primat</a> <small>Mokry liegt bäuchlings in einem aus groben Seilen geknüpften Netz,...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2009/bitterstoff' rel='bookmark' title='Permanent Link: Bitterstoff'>Bitterstoff</a> <small>Mokry und Gärtner, alte Freunde, die sich fremd geworden sind,...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2009/tractatus/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
	
		<series:name><![CDATA[Mokrys Peripatien]]></series:name>
	</item>
	</channel>
</rss>

