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	<title>Rauhfasler &#187; Wahrnehmung</title>
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	<description>Verbrauchende Versuche mit Wörtern</description>
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		<title>&#220;ber Vorstellungen</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 10:11:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#0187;&#8230;dass Vorstellungen nicht informativ sind, w&#228;hrend Wahrnehmungen sehr wohl informativ sind. Und der Grund daf&#252;r liegt darin, dass eine Vorstellung nur enth&#228;lt, was ich selbst in sie hineingelegt habe. So kann ich beispielsweise beschlie&#223;en, mir einen roten W&#252;rfel vorzustellen, und dies dann tun. Die Vorstellung enth&#228;lt dann genau das, womit ich sie auszustatten beabsichtigt habe. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/11/wuerfel.jpg" class="floatbox" rev="group:5189 caption:`W&uuml;rfel, vorgestellt`"><img src="/wp-content/uploads/2009/11/wuerfel-300x225.jpg" alt="W&uuml;rfel, vorgestellt" title="W&uuml;rfel, vorgestellt" width="300" height="225" class="rand size-medium wp-image-5191" /></a></p>
<blockquote><p>&#0187;&#8230;dass Vorstellungen nicht informativ sind, w&auml;hrend Wahrnehmungen sehr wohl informativ sind. Und der Grund daf&uuml;r liegt darin, dass eine Vorstellung nur enth&auml;lt, was ich selbst in sie hineingelegt habe. So kann ich beispielsweise beschlie&szlig;en, mir einen roten W&uuml;rfel vorzustellen, und dies dann tun. Die Vorstellung enth&auml;lt dann genau das, womit ich sie auszustatten beabsichtigt habe. Ich lerne von Vorstellungen nicht mehr als von den S&auml;tzen, die ich niederschreibe; denn in beiden F&auml;llen bringe ich nur meine vorausgehende Intention zum Ausdruck. Doch wenn ich &auml;u&szlig;ere Objekte sehe, werde ich von Informationen &uuml;berflutet, deren kausaler Ursprung nicht in mir und meinen Intentionen liegt, sondern in einer eigenst&auml;ndigen objektiven Welt, deren Eigenschaften mir er&ouml;ffnet werden. &#8230; Perzeption ist ein Informationskanal, und Wahrnehmungen sind seine Vehikel.&#0171;</p></blockquote>
<p>Quelle: Colin McGinn, Das geistige Auge. Von der Macht der Vorstellungskraft, Darmstadt 2007, S. 27</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Erscheinungen</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Aug 2009 09:30:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
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		<description><![CDATA[Erscheinungen liegen in der Luft Und offenbar reicht ihr Beharren hin, Da&#223; allein durch die Wanderung des Bodens Vom Abend gen Morgen, allein durch die Drift, Die alles unumst&#246;&#223;liche auch seitw&#228;rts zieht, Da&#223; dadurch die Erscheinungen immerzu Treiben, Sie dr&#228;ngen sich vor meinem brennenden Blick An diesem unzeitigen Morgen; und schillern in der Luft Wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/08/metronome.jpg" class="floatbox" rev="group:4660 caption:`TIFFANY BOZIC, From the Depths, Metronome`"><img src="/wp-content/uploads/2009/08/metronome-300x300.jpg" alt="TIFFANY BOZIC, From the Depths, Metronome" title="TIFFANY BOZIC, From the Depths, Metronome" width="300" height="300" class="rand size-medium wp-image-4662" /></a></p>
<p>Erscheinungen liegen in der Luft<br />
Und offenbar reicht ihr Beharren hin,<br />
Da&szlig; allein durch die Wanderung des Bodens<br />
Vom Abend gen Morgen, allein durch die Drift,<br />
Die alles unumst&ouml;&szlig;liche auch seitw&auml;rts zieht,<br />
Da&szlig; dadurch die Erscheinungen immerzu Treiben,<br />
Sie dr&auml;ngen sich vor meinem brennenden Blick<br />
An diesem unzeitigen Morgen; und schillern in der Luft<br />
Wie ein Schuppenkleid von scheuen<br />
Tiefseefischen, ohne nennenswerte<br />
Dritte Dimension oder weitere Ausdehnung<br />
In den Bereich friedlichen Verstehens:<br />
Blo&szlig; Chiffren, die ganz beliebig sind.<br />
Ja, Erscheinungen dr&auml;ngen in die Luft<br />
Und Vogelgesang und das Husten<br />
Eines Tages, der sich um Fortschritt m&uuml;ht,<br />
Nach Kr&auml;ften in den Abend zu gelangen<br />
Und in die Nacht hinein, wenn Gestirne<br />
Aus Warnlichtern aufgehen und knirschend<br />
Vom stummen Nachbarn der Schritt:<br />
Es bliebe dort die M&ouml;glichkeit von Tr&auml;umen,<br />
Die dem Zunderschatz des Planeten<br />
Etwas beisteuern k&ouml;nnten sogar:<br />
Etwas bleibendes.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Wirklichkeit der Fliegen</title>
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		<pubDate>Wed, 20 May 2009 10:23:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Empfang]]></category>
		<category><![CDATA[Bewußtseinssturz]]></category>
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		<description><![CDATA[Es gibt eine einfache Erkl&#228;rung daf&#252;r, da&#223; es einem nie gelingt, mit der blo&#223;en Hand eine Fliege zu erschlagen: Eine Fliege befindet sich eigentlich nicht an dem Fleck, an dem man sie mit Menschenweisheit vermuten mu&#223;. Sie ist nur scheinbar, nur aufgrund einer unangemessenen Vereinfachung dort. Das ist jedenfalls der Schlu&#223;, den man aus einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/05/fliegefliegend.jpg" class="floatbox" rev="group:3664 caption:`Fliegende Fliege (Bild:  Steven N. Fry/via ETH Live)`"><img src="/wp-content/uploads/2009/05/fliegefliegend-300x228.jpg" alt="Fliegende Fliege (Bild:  Steven N. Fry/via ETH Live)" title="Fliegende Fliege (Bild:  Steven N. Fry/via ETH Live)" width="300" height="228" class="rand size-medium wp-image-3666" /></a></p>
<p>Es gibt eine einfache Erkl&auml;rung daf&uuml;r, da&szlig; es einem nie gelingt, mit der blo&szlig;en Hand eine Fliege zu erschlagen: Eine Fliege befindet sich eigentlich nicht an dem Fleck, an dem man sie mit Menschenweisheit vermuten mu&szlig;. Sie ist nur scheinbar, nur aufgrund einer unangemessenen Vereinfachung dort.</p>
<p>Das ist jedenfalls der Schlu&szlig;, den man aus einer Mitteilung der Biologie ziehen mu&szlig;. Eine jener Erkenntnisse ist es, vor denen der unbedarfte Laie staunend stehenbleibt, weil er pl&ouml;tzlich eine klaffende L&uuml;cke in seiner Weltsicht vorfindet.</p>
<p>Man wei&szlig; n&auml;mlich &uuml;ber Fliegen, da&szlig; sie mit ihren Facettenaugen 200 Bilder in der Sekunde wahrnehmen k&ouml;nnen (das kleinere Wunder ist dagegen noch, da&szlig; sie Oben, Unten, Vorne und Hinten immer auf einen Blick erfassen, weil ihre Augen bekanntlich zwei Hemisph&auml;ren am Kopf sind, also immer schlichtweg alles sehen, was es &uuml;berhaupt zu sehen gibt).</p>
<p>200 Bilder in der Sekunde sind ungef&auml;hr das Zehnfache des menschlichen Wahrnehmungsverm&ouml;gens. Aber was bedeutet das? Das auf einen Augenblick nach Menschenma&szlig; zehn Fliegenaugenblicke kommen? Das zwischen Jetzt und Gleich, Hier und Dort, Vorher und Nachher immer der zehnfache Abstand besteht, sofern ein Mensch eine Fliege fragen w&uuml;rde? Das einer Fliege ein unzug&auml;nglicher Zwischenraum offensteht, in dem sie sich von ihrem vermeintlichen Ort (auf meinem Oberschenkel zum Beispiel) ohne mein Wissen an einen anderen Ort bewegen kann?</p>
<p>Das ist der Moment, in dem der Unbedarfte vor einem Loch, einem kaum auszulotenden Abgrund steht. Es stellen sich ungeheure Fragen: Wo wird die Zeit, die Fliegen ins voraus haben, aufbewahrt? Was geschieht, wenn ich mit der Hand oder eher noch mit einer Zeitung nach einer Fliege schlage? F&uuml;r mich ist die Strecke, die von der Zeitung zur&uuml;ckgelegt wird, klar bemessen: von irgendwo hinter meiner Schulter bis zu dem Punkt, wo die st&ouml;rende Fliege auf meinem Oberschenkel sitzt. Auch Anfang und Ende der Bewegung sind ordentlich getrennt durch ein Rauschen des aufgerollten Papiers in der Luft. Was aber sieht die Fliege? F&uuml;r sie geschieht w&auml;hrenddessen das Zehnfache! Aber wo kommen diese neun Zehntel Ereignis her, die einfach unbemerkt an mir vor&uuml;bergehen? Wie geschieht es, da&szlig; in den Bewegungsablauf ein betr&auml;chliches St&uuml;ck hineingeflickt wird, damit die Fliege es wahrnehmen kann? (Ganz zu schweigen von jenem Oben, Unten und Hinten, da&szlig; sich f&uuml;r die Fliege zu dem vergleichsweise beschr&auml;nkten Vorne addiert, da&szlig; unser Gesichtsfeld ausf&uuml;llt.)</p>
<p>F&uuml;r die Fliegen wird irgendwo ein besonderer Vorrat an Wirklichkeit aufbewahrt, um die l&ouml;chrige Realit&auml;t aufzuf&uuml;llen, in der Menschen leben. Und dieser Vorrat mu&szlig; angezapft werden, sobald nur eine Fliege den Raum betritt oder befliegt. &#8211; Oder ist es gar andersherum (und das w&auml;re, richtig besehen, noch viel beunruhigender): Ich bin teilweise &#8211; nein gr&ouml;&szlig;tenteils! blind, sehe nur ein mageres Zehntel von allem, was geschieht. Die Fliegen aber sehen alles. Da k&ouml;nnte ja wer wei&szlig; was geschehen, allein den Augen von Fliegen (und wenigen anderen, z.B. Libellen) zug&auml;nglich. Hundertachtzig Bilder in jeder Sekunde, die keines Menschen Auge jemals sieht. Neun Zehntel der Wirklichkeit sind uns entzogen.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund wird eine Fliegenklatsche zu einer besorgniserregenden Waffe: Sie ist ja offenbar im Stande, auf der Wirklichkeitsebene der Fliegen zu agieren. Richtig gehandhabt ist sie tats&auml;chlich schnell genug , um das Wahrnehmungsverm&ouml;gen der Fliegen zu &uuml;bertrumpfen. Die Fliegenklatsche kann die unsichtbare Grenze zwischen dem Raum-Zeit-Kontinuum der Fliegen und dem unseren durchbrechen. Was macht das scheinbar simple Instrument in unserer Hand, wenn wir damit zuschlagen? Es steht immerhin eines fest: Da&szlig; wir den gr&ouml;&szlig;ten Teil davon nicht zu Gesicht bekommen!</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das Aas</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Mar 2009 11:47:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
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		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Auge ist mir ausgetrocknet Im Kasten ist das Hirn verh&#228;rtet, Ein Haarri&#223; l&#228;uft die Wand entlang Des Herzens, das noch harzig schmatzt Nicht lang mehr, bis die Finger faulen, Die Lippen ledrig letzte Silben Die Zunge z&#228;h Vokale schnalzt Soviel ihr noch gelingen wollen, Soweit sie sich zu helfen wei&#223;. Die Ohren aber stehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/03/homme_de_tollund.jpg" class="floatbox" rev="group:2846 caption:`Der Tollund-Mann (Foto: Alex Renou)`"><img class="rand size-medium wp-image-2850" title="Der Tollund-Mann (Foto: Alex Renou)" src="/wp-content/uploads/2009/03/homme_de_tollund-300x244.jpg" alt="Der Tollund-Mann (Foto: Alex Renou)" width="300" height="244" /></a></p>
<p>Das Auge ist mir ausgetrocknet<br />
Im Kasten ist das Hirn verh&auml;rtet,<br />
Ein Haarri&szlig; l&auml;uft die Wand entlang<br />
Des Herzens, das noch harzig schmatzt<br />
Nicht lang mehr, bis die Finger faulen,<br />
Die Lippen ledrig letzte Silben<br />
Die Zunge z&auml;h Vokale schnalzt<br />
Soviel ihr noch gelingen wollen,<br />
Soweit sie sich zu helfen wei&szlig;.</p>
<p>Die Ohren aber stehen offen<br />
Wie Ofenrohre auf dem Schrott<br />
Darin die Kl&auml;nge Nester bauen<br />
Die ihrem Sinn entflogen sind<br />
Auf den Gedanken wuchert Grind<br />
Der sich nicht mehr erweichen l&auml;&szlig;t<br />
Die letzten Schritte stehen fest,<br />
Der F&uuml;&szlig;e, die auf Freigang sind:<br />
Zum Fenster hin, um durch die Schlieren<br />
Noch einmal Richtung Welt zu stieren,<br />
Die Welt ist Sch&ouml;n und W&uuml;st und Hohl<br />
Aus Nachbars K&uuml;che d&uuml;nstet Kohl,<br />
Durch Fensterspalt zu mir herein<br />
Das wird dann wohl der Atem sein<br />
Des bleichen Tieres, das zuletzt<br />
Sich hungrig schon die Lefzten netzt,<br />
Es wurde von dem Aas gelockt,<br />
Das mir noch auf den Knochen hockt.</p>
<p>So Augen, Hirn und Lippen z&auml;h,<br />
Geb ich euch nun verloren,<br />
Derweil ich durch die Schlierenranken<br />
Des Fensters schauend staunend seh:<br />
Die Welt wird neu geboren<br />
Und ist alleine sch&ouml;n.</p>


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		<title>Sinn[?]br&#246;sel #3</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Feb 2009 10:39:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>

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		<description><![CDATA[Nein, ich bin nicht der Nabel der Welt. Die Welt ist mein Nabel. &#8211; Benjamin M&#246;rgelsdorf Die interessanteste Eigenschaft Schizophrener ist die sonderbare Kreativit&#228;t, die bei der allm&#228;hlichen Aufl&#246;sung der Ich-Grenze entsteht. &#8211; Hartmut Wilhelm Bleuler &#196;hnliche Texte:Hervorbringen Nur aus der Unsicherheit inneren Schweigens entsteht ein neuer Gedanke.[micromehr]... Aufgehender Brustraum Wie sonderbar, es einsehen zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="getuem"><img class="rand size-medium wp-image-2676" title="Hirnscan zur Vorhersage einer Schizophrenie-Erkrankung" src="/wp-content/uploads/2009/02/hirnscan-300x300.jpg" alt="Hirnscan zur Vorhersage einer Schizophrenie-Erkrankung" width="167" height="167" /></div>
<div class="getuem">Nein, ich bin <em>nicht</em> der Nabel der Welt. Die Welt ist <em>mein</em> Nabel.</div>
<div class="getuemquelle">&#8211; Benjamin M&ouml;rgelsdorf</div>
<div class="getuem">Die interessanteste Eigenschaft Schizophrener ist die sonderbare Kreativit&auml;t, die bei der allm&auml;hlichen Aufl&ouml;sung der Ich-Grenze entsteht.</div>
<div class="getuemquelle">&#8211; Hartmut Wilhelm Bleuler</div>


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		<series:name><![CDATA[Sinnbrösel]]></series:name>
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		<title>Neulich jetzt</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Mar 2008 19:15:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bewußtseinssturz]]></category>
		<category><![CDATA[Augenblick]]></category>
		<category><![CDATA[Geräusch]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Was ist &#0187;jetzt&#0171;? Ein Gef&#252;ge aus verschiedenen Einfl&#252;ssen und Wahrnehmungen, ein Schnittpunkt von Kraftfeldern, ein unendlich komplexes Interferenzgeschehen. &#0187;Jetzt&#0171; ist ein abstrakter Begriff, denn was er meint, alles, was in einem Augenblick geschieht, und noch dar&#252;ber hinaus, alles, was zu einem Augenblick geh&#246;rt, ohne im eigentlichen Sinne &#252;berhaupt ein Geschehen zu sein, die zarte Chemie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2008/09/romanesco.jpg" class="floatbox" rev="group:955 caption:`Selbst&auml;hnlichkeit beim Speisegem&uuml;se`"><img class="rand alignnone size-medium wp-image-956" title="Selbst&auml;hnlichkeit beim Speisegem&uuml;se" src="/wp-content/uploads/2008/09/romanesco-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></p>
<p><em>Was ist &#0187;jetzt&#0171;? Ein Gef&uuml;ge aus verschiedenen Einfl&uuml;ssen und Wahrnehmungen, ein Schnittpunkt von Kraftfeldern, ein unendlich komplexes Interferenzgeschehen. &#0187;Jetzt&#0171; ist ein abstrakter Begriff, denn was er meint, alles, was in einem Augenblick geschieht, und noch dar&uuml;ber hinaus, alles, was zu einem Augenblick geh&ouml;rt, ohne im eigentlichen Sinne &uuml;berhaupt ein Geschehen zu sein, die zarte Chemie der Gef&uuml;hle, die ins Unmessbare &uuml;bergehende Elektrostatik der Gedanken zum Beispiel, all dies, was der Begriff &#0187;jetzt&#0171; enth&auml;lt, ist &uuml;berhaupt nicht festzuhalten, in der Sprache oder im Denken dingfest zu machen &#8211; deshalb ist es Abstraktion, von dem, was &#0187;jetzt&#0171; ist, sprechen zu wollen. Zudem bestehen ja auch immer so viele Versionen von &#0187;jetzt&#0171; nebeneinander, wie Menschen da sind. Wenn zwei in einem Raum sind, enth&auml;lt dieser Raum ein doppeltes &#0187;jetzt&#0171; und immer so weiter bis ins schlechthin Schwindelerregende. Und selbst wenn einer sich an die vom Zufall bestimmten Grenzen dessen h&auml;lt, was er momentan wahrnimmt von jenem &uuml;bergro&szlig;en, allumfassenden &#0187;jetzt&#0171; &#8211; selbst dann wird er nie zuendekommen mit seiner Beschreibung von &#0187;jetzt&#0171;.</em></p>
<p>Zuerst h&ouml;re ich ein Rauschen und wundere mich, woher es kommt, und stelle fest, es kommt aus den Heizungsrohren. Ein unabl&auml;ssiges, kaum ver&auml;ndertes Hintergrundger&auml;usch. Aber auch in diesem Rauschen gibt es leichte Schwankungen, ein Oszillieren ganz am Rande der H&ouml;rbarkeit. Dann, noch leiser als die Heizungsrohre, noch ein St&uuml;ck weiter in den Hintergrund ger&uuml;ckt, ein elektrisches Brummen, links &uuml;ber meiner Stirn (mein Kopf leicht &uuml;ber das Papier gebeugt). Es mu&szlig; die Halogenr&ouml;hre in der Schreibtischlampe sein, die ein kr&auml;nkliches Licht abgibt und den Schirm der Lampe dabei in leichte Schwingung versetzt, eine schmutzige Glocke von einem sonderbaren physikalischen Kl&ouml;ppel angeschlagen. Wenn ich meine Haltung leicht &auml;ndere, den Kopf etwas hebe, den R&uuml;cken begradige oder zur Seite blicke (obwohl dort nichts den Blick lohnt), wandert dieses Summen &uuml;ber meine Stirn oder nach hinten bis zum Scheitel.<br />
Diese fast nicht vorhandenen, alchemischen Kl&auml;nge werden in Abschnitte zerlegt durch meinen Atem, der allerdings kein ebenm&auml;&szlig;iges Metrum abgibt. W&auml;hrend einer anstrengenden Beobachtung setzt er kurz aus, beim Schreiben wird er zum Schnauben und wenn mich ein Gef&uuml;hl angreift, vertieft sich mein Atem (was, wenn einer heimlich an meinen Tisch tr&auml;te?). Ich w&uuml;rde auch gern meinem Herzen zuh&ouml;ren, ob es wohl auch aussetzt, schneller und langsamer schl&auml;gt, aber daf&uuml;r ist zu viel Raum um mich und zuviel alchemisches Fl&uuml;stern.<br />
Von meinem K&ouml;rper sp&uuml;re ich am meisten einen leichten, pressenden Schmerz &uuml;ber der Nasenwurzel, vielleicht der Auftakt zu Kopfweh, ein Jucken in der N&auml;he des Bauchnabels und das Stechen meiner Bartstoppeln seitlich am Unterkiefer vorn am Hals. Auch meine Z&auml;hne machen gelegentlich, wenn ich sie aufeinanderpresse (wenn ein Druck durch die mir selbst unverst&auml;ndlichen R&ouml;hren, das Kanalsystem meiner Psyche weitergeleitet wird von der Brust zum Kiefer), ein leicht knirschendes Ger&auml;usch. Mein Rachen ist trocken und f&uuml;hlt sich wund an, entweder wegen des zuvielen Kaffees oder wegen einer einsetzenden Erk&auml;ltung.<br />
Meine Brille rutscht mir auf der Nase nach vorn, so da&szlig; ich in regelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden den Stift aus der Hand legen mu&szlig;, um sie zur&uuml;ckzuschieben.<br />
Noch ein Ger&auml;usch entdecke ich, ein mikroskopisches Ger&auml;usch, wie es von einer Kohlens&auml;ureblase gemacht wird, wenn sie in meinem Wasser bis zur Oberfl&auml;che aufgestiege ist und platzt. Und als ich gerade an die Uhrzeit dachte, war es, als h&ouml;rte ich den Sekundenzeiger, den die Uhr an der Wand gar nicht aufweist.<br />
Drau&szlig;en bewegt sich sto&szlig;weise der Verkehr, der letzte des Tages: PKWs hell im Ton, ein wenig wie Brandung, und seltener Busse mit einem jedesmal aufst&ouml;renden Bass. Da war auch, wie mir jetzt meine Erinnerung wiederholt, kriegerischer Chorgesang von Fu&szlig;ballfans, der jetzt schon seit l&auml;ngerem verstummt ist. (Dabei tats&auml;chlich und diesmal nicht eingebildet der Minutenzeiger der Uhr mir einem h&ouml;lzernen, trockenen Ger&auml;usch.)<br />
Die Sicht auf einem Auge wird unscharf und ich mu&szlig; mehrfach blinzeln. Dabei bemerke ich, welchen Grad die M&uuml;digkeit schon erreicht hat: sie zeigt sich in der Tr&auml;gheit, mit der die Gedanken m&uuml;hselig und einzeln mir in den Kopf kommen, darin, da&szlig; es mir schwerf&auml;llt, mich wieder aufzurichten auf meinem Stuhl, nachdem ich mich zur&uuml;ckgelehnt hatte, und schlie&szlig;lich auch an dem deutlichen Widerstreben, als ich meine Augen, die ja nur kurz geschlossen sein sollten, wieder zu &ouml;ffnen versuchte.<br />
Als meine Augen geschlossen sind, bemerke ich, in einem zweiten Hintergrund noch tiefer an das ferne Ende dieses Moments ger&uuml;ckt, noch hinter dem Rauschen der Heizung und dem Brummen der Lampe: da&szlig; ich etwas f&uuml;hle, ein Gef&uuml;hl habe (wieder so ein heillos absrakter Begriff); jedoch entspricht dieses F&uuml;hlen in einem Sinne den Heizungsrohren und der Halogengl&uuml;hbirne darin, da&szlig; sein feines Oszillieren und seine alchemistische Herkunft es eigentlich unfa&szlig;bar machen. Das alles in Worten greifbar machen? Je n&auml;her einer dem zu treten versucht, was in irgendeinem Jetzt passiert, desto eindeutiger mu&szlig; das Scheitern ausfallen.</p>
<h3 class="storyTitle"><a href="http://barbulasalum.twoday.net/stories/4792330/"><br />
</a></h3>


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