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	<title>Rauhfasler &#187; Welt</title>
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	<description>Verbrauchende Versuche mit Wörtern</description>
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		<title>Primordial</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Sep 2010 10:47:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hagiographie]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Fragment aus den &#0187;Reden über die Gründe&#0171;, die vermutlich auf Eklytos Auchmeros zurückgehen. Beachte die Anmerkungen. 1.In ihm, der vor allem enstand, in Dem Ersten, wuchs bald, nachdem Er begonnen hatte zu sein, ein Mangel. Er, Der Erste, erkannte, daß ihm etwas fehlte. So schnell und bald wuchs Dem Ersten jene Erkenntnis, daß der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/09/big-bang.jpg" class="floatbox" rev="group:9061 caption:`Die Pendelleuchte &rsaquo;Big Bang&lsaquo; von Black+Blum`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/09/big-bang-300x195.jpg" alt="" title="Die Pendelleuchte &rsaquo;Big Bang&lsaquo; von Black+Blum" width="300" height="195" class="rand size-medium wp-image-9123" /></a></p>
<div style="font-style:italic;margin-left:3.4em;padding-left:10px;background:#EFEFEF;margin-bottom:1em;">Ein Fragment aus den &#0187;Reden über die Gründe&#0171;, die vermutlich auf Eklytos Auchmeros zurückgehen. Beachte die <a href="#anm">Anmerkungen.</a></div>
<p><span style="margin-left:-4em;margin-right:3.4em;font-style:italic;color:#66828E;">1.</span><span class="initial">I</span><span style="font-variant:small-caps;">n ihm,</span> der vor allem enstand, in Dem Ersten, wuchs bald, nachdem Er begonnen hatte zu sein, ein Mangel. Er, Der Erste, erkannte, daß ihm etwas fehlte. So schnell und bald wuchs Dem Ersten jene Erkenntnis, daß der urspüngliche Frieden nur einen Augenblick gewährt hatte. <span id="more-9061"></span><br />
<span style="margin-left:-2em;margin-right:4em;font-style:italic;color:#66828E;">(*)</span>Zu sagen, die Erkenntnis des Mangels sei »bald« gewachsen, ist jedoch nur nach Menschenmaß gesprochen, denn Der Erste hatte die Dinge noch nicht in ein Nacheinander geordnet. Daß Der Erste den Mangel erkannte, riß Ihn aber aus dem Zustand ungeteilter Einheit, in dem Er entstanden war: denn Er dachte, daß etwas nicht sei, daß sein müsse &mdash; und deshalb erwachte er; damit entstand nunmehr das Nacheinander, das Nacheinander entstand, das Der Erste verglich und bestaunte: Das Nacheinander des unausgedehnten Moments ohne Erkennen in ursprünglichem Frieden zuerst &mdash; und die Erkenntnis des Mangels, die nun darauf gefolgt war: das Nacheinander, der Keim der Zeit.<br />
<span style="margin-left:-2em;margin-right:4em;font-style:italic;color:#66828E;">2.</span>Der Gedanke des Mangels wuchs im Ersten zu immer größerer Deutlichkeit: so hell leuchtete dieser Gedanke, der zugleich Gefühl war, im wüsten, leeren Raum der sich um den Ersten erstreckte, oder der von Ihm selbst eingeschlossen wurde, so hell leuchtete die Empfindung der Unvollständigkeit, die zugleich die Festigkeit einer denkenden Sonne hatte, so hell, daß der wüste, leere Raum davon erleuchtet wurde. Und das Licht verlor sich in der endlosen Finsternis und wurde von ihr getilgt.<br />
<span style="margin-left:-2em;margin-right:4em;font-style:italic;color:#66828E;">3.</span>Und Der Erste folgte mit seinem ortlosen Blick dem vergehenden Licht in die Schwärze, die seine eigene, unbekannte Ausdehnung bekleidete, bis dorthin, wo das Licht sich endlich ganz in Seiner Grenzenlosigkeit verlor &mdash; und Der Erste fürchtete sich davor. So war Er aufgespannt zwischen dem leuchtenden Mangel und der geduldigen Dunkelheit, darin die Furcht wohnte, die allein keinen Mangel, sondern nur Überfluß kennt. Während Er derart auf halben Wege zwischen Dunkel und Licht schwebte, lernte Der Erste, was das Gleichgewicht der Kräfte sei, das unerträgliche Gleichgewicht &mdash; und Er lernte, daß es vernichtet werden müsse, damit er, Der Erste, nicht der einzige bleibe und an sich selbst irre werden müsse.<br />
<span style="margin-left:-2em;margin-right:4em;font-style:italic;color:#66828E;">4.</span>Und also schied Der Erste sich selbst entzwei, Er zerriß sich selbst, zornig über das Gleichgewicht, das die Morgengabe seines Anfangs gewesen war, Er schied sich von oben an bis unten aus.<sup>(&dagger;)</sup> So erfuhr Der Erste, was eine Tat ist und wie sie aus dem Entschluß hervorgeht; und Er erfuhr vom Schattenbild der Tat: dem Verhängnis.<sup>(&dagger;&dagger;)</sup><br />
<span style="margin-left:-2em;margin-right:4em;font-style:italic;color:#66828E;">5.</span>Dort, wo Der Erste den Riß geschaffen hatte, dort nämlich, wo die letzten Lichtstrahlen sich im Dunkel verloren hatten,(&loz;) dort war also eine Grenze entstanden, an der sich das Selbst Des Ersten geschieden hatte, sodaß Er von nun an doppelt war, doppelt dachte und empfand. So schied Er Den Anderen von sich ab, wie das Wasser sich an einem sehr glatten Stein schneidet, oder wie ein glimmender Docht durch sein vergehendes Licht einen fensterlosen Raum öffnet: nach innen hin. Den Anderen aber wollte Der Erste nun nicht mehr kennen, also nannte Er ihn seinen Feind, denn Er erachtete es als besser, die Dunkelheit als einen Feind zu fürchten, Er wollte nicht mehr alles sein in allem.<sup>(&Dagger;)</sup><br />
<span style="margin-left:-2em;margin-right:4em;font-style:italic;color:#66828E;">6.</span>Daraufhin kehrte Der Eine sein Antlitz dem Lichte zu: und das Licht<sup>(&Dagger;&Dagger;)</sup> war seine Unvollkommenheit, und die Wärme aus dem Licht füllte Den Einen nun ganz, bis an seine Grenze; es war aber dies: sein Sehnen. Mit der Sehnsucht des Liebenden wünschte sich Der Erste, sich selbst wiederzufinden in einem Ziel, zu dem Er sich spannen könne; mit der Sehnsucht des Liebenden suchte Er das Geliebte. Und Stille war um Ihn und Der Andere schwieg dazu. Aber um Den Ersten bis zur Grenze, an der das Licht versank, war nichts, daß sich von ihm unterschied, denn außer ihm war noch nichts geschaffen worden.<br />
<span style="margin-left:-2em;margin-right:4em;font-style:italic;color:#66828E;">7.</span>Da teilte Der Erste seinen Leib, Er teilte ihn in zwei gleich große Teile. Für sich behielt Er den leichteren Teil &mdash; und aus dem schweren wollte Er einen neuen Körper formen: einen Körper außer sich. Aber Er wußte keine Gestalt für den Körper und kehrte deshalb das Ungestalte um und um. So aber formte sich vor Dem Ersten eine Kugel, und Der Erste erkannte, daß die Kugel schön geraten war. Und Er setzte die Kugel mitten in das Licht, das ihm aus der Erkenntnis seines Mangels aufgegangen war: und die Kugel nahm das Licht auf. Der Erste aber blickte mit der Hoffnung eines Liebenden auf jenen Körper, den Er aus der Schwere seines Körpers gefertigt hatte: und durch den Strom dieser Begierde<sup>(&lowast;)</sup> wuchs die Kugel, die Der Erste geformt hatte. Das Licht sammelte sich in unzähligen Tropfen auf ihr, so entstanden Planeten und Gestirne. Und schließlich, im Strom der Liebe, die vom Ersten ausging, begann in der Kugel Bewegung zu entstehen und dadurch entstand in ihr Leben. Und im Leben erkannte Der Erste das Ziel seiner Begierde, das Ende seiner Unvollkommenheit. Der Andere aber wartete hinter seiner Grenze &mdash; und schwieg zu alldem.</p>
<hr />
<div style="font-size:12px;">
<p style="font-weight:bold;font-size:16px;margin:0;"><a style="font-style:normal;color:#000;" name="anm">Anmerkungen</a></p>
<p>Der Text ist eine von mir angefertigte Übersetzung eines Fragmentes, daß mit einiger Sicherheit dem griechisch sprechenden, spätantiken Autor Eklytos Auchmeros zuzuschreiben ist. Der Text steht im Zusammenhang einer längeren Visionsrede, deren Anfang erhalten ist. Vor und nach unserem Text sind allerdings längere Passagen dem nagenden Zahn der Zeit zum Opfer gefallen. Der Papyrus, auf dem der Text überdauert hat (nämlich der Kodex Sabratensis Eh/II/3r), ist leider schwer beschädigt. Auch ohne diesen Papyrus hätte uns jedoch der größte Teil des Textes erreicht. Er wurde von einem Mönch ca. in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts abgeschieben und kommentiert. Die dahinterstehende Überlieferungskette liegt vollends im Dunklen.</p>
<p>Dem geneigten Leser wird hier nun also die recht eigenwillige Kosmogonie des Propheten Eklytos vorgestellt, für den der Autor eine eingestandene Schwäche hegt. An den Rand gestellt ist eine Nummerierung von &#0187;Schöpfungs-Ereignissen&#0171; (Gesta) aus der Hand des besgten Mönchs, der seine Kopie des Textes mit dem Namen Alfaric unterschrieben hat. Offenbar hatte Alfaric Bedenken gegenüber der Ursprünglichkeit des zweiten Absatzes, die ich durchaus teilen würde: Alfaric jedenfalls nimmt diesen Absatz aus seiner Numerierung aus, die sich dadurch sehr schön in das christliche 7-Tage-Schema einfügt, dem sich Eklytos, als eine sonderbare aber entschiedene Randfigur der frühen Kirche, verpflichtet fühlte.</p>
<p>Alfaric hat seiner Abschrift erklärende Überschriften für die einzelnen Gesta beigegeben, die hier (obgleich Alfarics Zusammenfassungen nicht unbedingt zutreffend sind), zusammen mit wenigen weiteren Erklärungen, nicht unterschlagen werden sollen: </p>
<div style="background:#EFEFEF;padding:10px;">
<p style="margin:0px;">1.) Die Geburt des Schöpfers zugleich des Mangels. </p>
<p style="margin:0px;">* ) Die Entstehung der Zeit aus dem ersten Erleiden.</p>
<p style="margin:0px;">2.) Das Aufleuchten der Sehnsucht im Dunklen: erstes Licht.</p>
<p style="margin:0px;">3.) Die Geburt der Dunkelheit aus dem Licht.</p>
<p style="margin:0px;">4.) Wie der Schöpfer sich entzweite: die erste Tat.</p>
<p style="margin: 0 0 0 3.4em;">&dagger;) Vgl. Matthäus 27,51.</p>
<p style="margin: 0 0 0 3.4em;">&dagger;&dagger;) Im griechischen Text steht &pi;&omicron;&tau;&mu;&omicron;&sigmaf;, d.i. das Schicksal, das Verhängnis, in der Regel sehr negativ konnotiert und im Sinne &#0187;<em>tödlicher</em> Fügung&#0171; verwendet.</p>
<p style="margin:0px;">5.) Der Erzüble aus dem Schöpfer geboren.</p>
<p style="margin: 0 0 0 3.4em;">&Dagger;) Vgl. 1. Kor. 15,28; 12,6; Eph. 1,23.</p>
<p style="margin: 0 0 0 3.4em;">&loz;) Eine interessante Parallele findet sich im Neo-Platonismus. In der Zusammenfassung E.M.Mitchells: &#0187;From Primordial Being &#8230; the finite proceeds as a stream, contained in but not containing or in any way affecting its source. Primordial Being is the sun which pours through the universe its circle of light, a light that gradually pales as it reaches its limit in the gloom of not-being. The finite is but a shadow of the Infinite.&#0171; (Ders., <a class="floatbox" rev="width:90% height:90% disableScroll:true showNewWindow:true controlsPos:tr" href="http://www.archive.org/stream/cu31924031231016#page/n301/mode/1up">A Study of Greek Philosophy</a>, Chicago 1891, S. 266f.)</p>
<p style="margin:0px;">6.) Das Sehnen des Schöpfers bewirkt den Fortlauf der Taten</p>
<p style="margin: 0 0 0 3.4em;">&Dagger;&Dagger;) Vgl. Psalm 36,10.</p>
<p style="margin:0px;">7.) Der Kosmos entsteht aus der Schwere des Leibes des Schöpfers. Das Leben aus seiner Begierde.</p>
<p style="margin: 0 0 0 3.4em;">&lowast;) In der Tat steht hier ἐπιθυμία, die (dezidiert sinnliche) Begierde, was nicht eindrücklich genug hervorgehoben werden kann.</p>
</div>
<p style="font-weight:bold;font-size:16px;margin:1em 0 0 0;">Zwei Zugaben</p>
<p><span style="margin-left:4em;">1.</span> Aus einem Gedicht Sigmund von Birkens, das mir zufällig gerade jetzt in die Hände gefallen ist, eine Strophe, in der beschrieben wird, wie der Heilige Geist über dem &#0187;vermengte[n] Ball der Dinge&#0171; schwebt. Das ist eine Schöpfungsvision, die sicherlich nichts mit dem vorliegenden Text zu tun hat, aber dennoch schön mit ihm zusammenstimmt:</p>
<p><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/09/ball_der_dinge.jpg" width="300" class="alignnone size-full wp-image-9176" /></p>
<div style="display:none;">Als ein Seyn zu seyn anfienge/<br />
der vermengte Ball der Dinge:<br />
schwebtest du auf deiner Brut/<br />
wie die Taube auf dem Eye/<br />
machtest/ daß GOtt wonhaft seye<br />
hier/ wo tobt des Satans Wut.<br />
Jn des Menschen Fleisches-Höle/<br />
bliesest du die Himmel Seele.</div>
<p>(Heiliger Sonntags-Handel und Kirch-Wandel, Nürnberg/ Jn Verlegung Johann Jacob von Sandrart [&#8230;] Anno 1681, Seite 92. &#8211; Nur ganz im Vorübergehen sei der Leser darauf hingewiesen, wie sehr der &#0187;vermengte Ball der Dinge&#0171; dazu passt, wie die Naturwissenschaft sich heute den Zustand des Universums vor dem &#0187;Urknall&#0171; vorstellt.)</p>
<p><span style="margin-left:4em;">2.</span> Ganz im Gegenteil dieser Text, ebenfalls von Sigm. v. Birken (ebd., S. 129f.) Hier sind die klassischen Ansichten über Gott vertreten. Eklytos Vision über die Entstehung des Kosmos, unterscheidet sich an wichtigen Punkten von dieser &#0187;orthodoxen&#0171; Auffassung:</p>
<div style="font-size:16px;">&#0187;Jst nun Gott Alles in Allem/ und Alles ist in ihm: so ist er der Einige der keinen neben sich hat/ und Alles ist unter ihm. So ist er der Gröste weil er alles in sich begreift: gleichwie das Meer alles Wasser in sich fasset. &#8230; Jst Gott Alles in Allem/ und Alles ist in ihm: so ist er der Bäste/ (m) gleichwie der Gröste/ ja das Höchste Gut/ als der Begriff und Brunn alles dessen/ was man Gut nennet. &#8230; Weil nun alles Gut in Gott ist/ so folget auch/ daß er müße seyn der Allerseligste/ mit sich selbst und vollkomlich vergüngt: dahero dann/ in Gott seyn/ alle Seeligkeit ist.&#0171;</div>
</div>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Biosphäre</title>
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		<pubDate>Thu, 13 May 2010 10:47:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>
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		<description><![CDATA[I. Wie der Erdball auch immer Sich drehen und wenden mag, Die Läuse in seinem Pelz Fressen sich tiefer hinein, In seine dünne, erkaltete Haut. Seit sie die elektromagnetische Kraft domestizierten &#8211; Die aus größerer Höhe kaum Sichtbaren Gefäße verschlungener Chemie, die Zweibeiner &#8211;, Werden nachts Schwelbrände angefacht, Werden die Kontinente mit Fäden bespannt Aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/02/europa-nachts-satellit.jpg" class="floatbox" rev="group:5899 caption:`Satellitenaufnahme des nächtlichen Europa (Quelle: NASA)`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/02/europa-nachts-satellit-300x225.jpg" alt="" title="Satellitenaufnahme des nächtlichen Europa (Quelle: NASA)" width="300" height="225" class="rand size-medium wp-image-5900" /></a></p>
<p>I.</p>
<p>Wie der Erdball auch immer<br />
Sich drehen und wenden mag,<br />
Die Läuse in seinem Pelz<br />
Fressen sich tiefer hinein,<br />
In seine dünne, erkaltete Haut.</p>
<p>Seit sie die elektromagnetische Kraft domestizierten &#8211;<br />
Die aus größerer Höhe kaum Sichtbaren<br />
Gefäße verschlungener Chemie, die Zweibeiner &#8211;,<br />
Werden nachts Schwelbrände angefacht,<br />
Werden die Kontinente mit Fäden bespannt<br />
Aus Licht, darin schwellende Nester<br />
Künstlicher Helligkeit.<span id="more-5899"></span></p>
<p>Tags aber sondern die Läuse im Pelz des Erdenballs<br />
Ihre giftigen Verdauungsgase ab, in den feinen Überwurf<br />
Aus Sauerstoff, der kaum wahrnehmbar<br />
Den schweren und geduldigen Elementekloß begleitet,<br />
Auf seiner Sturzbahn durch die Leere.</p>
<p>II.</p>
<p>Wie sich also der Erdball<br />
Auch immer drehen mag:<br />
Er ist unwiederbringlich verstoßen<br />
Aus der althergebrachten Versammlung<br />
Der anorganischen Chemie,<br />
Denn die Läuse in seinem Pelz wandeln<br />
Ihren Wirt in ihresgleichen um,<br />
Mit großer Geduld und über Äonen.</p>
<p>Das Leben verschönt graue Berghänge<br />
Mit einem Anstrich aus Flechten und Wiesenflächen;<br />
Es gebiert unter Wasser strahlend weiße Schlackehalden<br />
Aus ziselierten Schalen von Mollusken;<br />
Es treibt Blätter aus und spannt Flughäute,<br />
Um den Wind zu fangen, und wandelt das öde Sonnenlicht<br />
In süßen Zucker; es düngt den Mutterboden<br />
Mit Kot und Blut und mit den eigenen Knochen.<br />
Dann kommen schilldernde Käfer heran,<br />
Die alles umgraben. Jeder Kadaver eine Brutstatt,<br />
Und alle Verwesung ein Aufblühen, so daß<br />
Unter einem grünen Dach der schwarze Humus anwächst,<br />
Die Gabe der Myriaden an den<br />
Sich drehenden Lauf der Zeit.</p>
<p>III.</p>
<p>In den Höhlen nahm Sandstein Farbe an:<br />
Schwarze aus Asche, braune aus dem oxidationsprodukt<br />
Des Blutes, und den Ton zerpresster Beeren.</p>
<p>Auf den Ebenen begann es allmählich zu hallen<br />
Von Worten, sie wurden eingewoben in das Konzert<br />
Der schreienden Angst und Begierde, die<br />
Aus jedem Vogelschnabel und jeder<br />
Zuckenden Schnauze hervorgestoßen werden<br />
Seit langem schon, seit Paarung und Fraß<br />
Die Triebfedern sind aller Vielgestalt:</p>
<p>Aber Schönheit ist eine Erfindung der<br />
Bündnispartner der Verbrennung, der<br />
Bezwinger des Lichtbogens, der<br />
Säufer von Öl und Fresser von Landschaft.</p>
<p>IV.</p>
<p>Es ist hohe Zeit,<br />
Nun die Schönheit zu sammeln vom Erdenkloß,<br />
Sie in Worte zu sammeln,<br />
Sie mit Beerensaft und Chromophoren<br />
Auf bleibenden Untergrund aufzutragen:<br />
Denn wir werden untergehen.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Plantage</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Apr 2010 10:22:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kopf]]></category>
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		<description><![CDATA[Von den Fahrenden hängt Zeitungslaub, Es fehlt den Nachrichten an Feuchtigkeit, Es knistert trocken, besonders die Versalien Im Intelligenzblatt wirken herbstlich. Die Welt ist leer, sie wird berichtet Sie wird im Lichtsatz künstlich ausgesät, @ Sie wächst sich aus in zwanzig harten Sphären, Die oben auf die Hälsen sitzen, Die schwanken, daß es wirkt wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/03/PW-260-R6C_jpg.gif" class="floatbox" rev="group:6285 caption:`Die Buchdruckrotationsmaschine PW-260-R6C von Labelman Machinery`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/03/PW-260-R6C_jpg-300x134.gif" alt="" title="Die Buchdruckrotationsmaschine PW-260-R6C von Labelman Machinery" width="300" height="134" class="rand size-medium wp-image-6291" /></a></p>
<p>Von den Fahrenden hängt Zeitungslaub,<br />
Es fehlt den Nachrichten an Feuchtigkeit,<br />
Es knistert trocken, besonders die Versalien<br />
Im Intelligenzblatt wirken herbstlich.<br />
Die Welt ist leer, sie wird berichtet<br />
Sie wird im Lichtsatz künstlich ausgesät, <span style="visibility:hidden;">@</span></p>
<p>Sie wächst sich aus in zwanzig harten Sphären,<br />
Die oben auf die Hälsen sitzen,<br />
Die schwanken, daß es wirkt wie nicken,<br />
Wenn der Zug eilig eine Weiche überfährt.</p>
<p>Durch die Blätter geht ein Blättern<br />
Farbenreiche Titel blitzen auf<br />
Von den phantastischeren Geschichten,<br />
Die ein Teil der schweigenden Verzehrt.<br />
Ihre Lippen zucken dabei etwas,<br />
Draußen liegt ein braches Trümmerfeld.</p>


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		<title>Aus Ascheknistern</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Feb 2010 11:52:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Götter, o Eklytos, Heiliger der Räudigen, Gaben mir Lohn mit Zinsen Und schlugen mich Mit ihren seidenweichen Händen Balsamrot von lauter Blut. Ich hebe, Eklytos, Mein Gebet hinauf zu dir, Im Ascheknistern unter Meinen Schritten, deren Lauf Sich kreiswärts biegt, wo einst Mein Ohrensessel stand. Und ich trinke bis, O Eklytos, das Sattsein mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/02/tcmedusahead.jpg" class="floatbox" rev="group:5723 caption:`Getöpferter Medusenkopf`"><img class="rand size-medium wp-image-5727" title="Getöpferter Medusenkopf" src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/02/tcmedusahead-300x269.jpg" alt="" width="300" height="269" /></a></p>
<p>Die Götter, o Eklytos,<br />
Heiliger der Räudigen,<br />
Gaben mir Lohn mit Zinsen<br />
Und schlugen mich<br />
Mit ihren seidenweichen Händen<br />
Balsamrot von lauter Blut.</p>
<p>Ich hebe, Eklytos,<br />
Mein Gebet hinauf zu dir,<br />
Im Ascheknistern unter<br />
Meinen Schritten, deren Lauf<br />
Sich kreiswärts biegt, wo einst<br />
Mein Ohrensessel stand.</p>
<p>Und ich trinke bis,<br />
O Eklytos, das Sattsein mir<br />
Die Lenden beugt,<br />
Betrinke mich am sonderbaren Wahn,<br />
Der aus dem blanken Himmel<br />
n meine leeren Hände tropft.</p>
<p>Scharf brennt dieser Trank,<br />
O Heiliger, o Fürsprech,<br />
Wie Pfefferflocken auf<br />
Dem wund geknirschten Fleisch<br />
Der Zähne.</p>
<p>Und leuchtend strahlt vor meinem Blick,<br />
Mehr und mehr mit jedem Schluck,<br />
Der Kieselglanz der Wirklichkeit,<br />
Die sich um ihre Schönheit nicht,<br />
Und nicht um dich und mich<br />
Sich schert.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Imaginal</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 10:21:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Anatomie]]></category>
		<category><![CDATA[Insekten]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Vorstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus den Imaginalscheiben, also Sackartigen Einstülpungen im Körper Von Insektenlarven bilden sich Flügel, Geschlechtsorgane, Beine, Augen und Antennen. Was könnte je heranreichen An die Imaginationen Der kämpfenden Natur, Die umhergehen, fliegen und Funksprüche aus der Luft fangen, Um dann in allem was kriecht und In Windungen zur Sonne strebt, Die fehlende Mündung zu finden Für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2009/11/imaginalscheibe.jpg" class="floatbox" rev="group:5376 caption:`Imaginalscheibe von Drosophila melanogaster`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2009/11/imaginalscheibe-278x300.jpg" alt="Imaginalscheibe von Drosophila melanogaster" title="Imaginalscheibe von Drosophila melanogaster" width="278" height="300" class="rand size-medium wp-image-5375" /></a></p>
<p>Aus den Imaginalscheiben, also<br />
Sackartigen Einstülpungen im Körper<br />
Von Insektenlarven bilden sich<br />
Flügel, Geschlechtsorgane,<br />
Beine, Augen und Antennen.</p>
<p>Was könnte je heranreichen<br />
An die Imaginationen<br />
Der kämpfenden Natur,<br />
Die umhergehen, fliegen und<br />
Funksprüche aus der Luft fangen,</p>
<p>Um dann in allem was kriecht und<br />
In Windungen zur Sonne strebt,<br />
Die fehlende Mündung zu finden<br />
Für den Strom der Geschlechtlichkeit.</p>
<p>Aus den Imaginalscheiben wachsen<br />
Beine und Flügel<br />
Augen und Antennen und<br />
Die Fortsetzung der Welt.</p>


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