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	<title>Rauhfasler &#187; Weltbankrott</title>
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	<description>Verbrauchende Versuche mit Wörtern</description>
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		<title>The End Is Nigh</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Jun 2010 10:16:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Furcht]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbankrott]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Nichts zu erz&#228;hlen Ist &#252;briggeblieben Am Ende der Zeit. Die Geschichte, die Unsere gierigen V&#228;ter Uns hinterlie&#223;en Ist kitschig bankrott. Alle Figuren auf Unseren B&#252;hnen, sie L&#252;gen nur, wenn Sie nicht furchtsam Aufw&#228;rts blicken und Unerforschliche Meteore Erwarten &#8211; im &#220;bertragenen Sinne. Jedenfalls wird nichts mehr Zu erz&#228;hlen sein, bevor Nicht der n&#228;chste Untergang Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/06/meidner-apokalyptische-landschaft-1913.jpg" class="floatbox" rev="group:7816 caption:`Ludwig Meidner (1913): Apokalyptische Landschaft (Aufnahme von Flickr-Benutzer &amp;rasquo;Underpuppy &lsaquo;)`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/06/meidner-apokalyptische-landschaft-1913-223x300.jpg" alt="" title="Ludwig Meidner (1913): Apokalyptische Landschaft (Aufnahme von Flickr-Benutzer &amp;rasquo;Underpuppy &lsaquo;)" width="223" height="300" class="rand size-medium wp-image-7818" /></a></p>
<p>Nichts zu erz&auml;hlen<br />
Ist &uuml;briggeblieben<br />
Am Ende der Zeit.<br />
Die Geschichte, die<br />
Unsere gierigen V&auml;ter<br />
Uns hinterlie&szlig;en<br />
Ist kitschig bankrott.<br />
Alle Figuren auf<br />
Unseren B&uuml;hnen, sie<br />
L&uuml;gen nur, wenn<br />
Sie nicht furchtsam<br />
Aufw&auml;rts blicken und<br />
Unerforschliche Meteore <br />
Erwarten &#8211; im<br />
&Uuml;bertragenen Sinne.<br />
Jedenfalls wird nichts mehr<br />
Zu erz&auml;hlen sein, bevor<br />
Nicht der n&auml;chste Untergang<br />
Die B&uuml;hne fegt.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Involution (#1)</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2010/involution-1</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2010/involution-1#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 09 Jun 2010 10:44:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbankrott]]></category>
		<category><![CDATA[Wüste]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor dem Schutthaufen Der gro&#223;en Zukunft, Auf die hin wir Hochofen befeuerten Bis zur Wei&#223;glut Und W&#252;sten bauten &#8212; Vor dem Schutthaufen Endet die Zukunft Und die prognostizierte Rendite Verfliegt &#196;schern Mitsamt aller Gegenwart. Richtungslos irrend Wird das n&#228;chste Zeitalter Sich selbst verzehren, W&#228;hrend es noch &#252;berhaupt Nicht begonnen hat. Lehre also deine Kinder, Lehre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/06/stahlkocher.jpg" class="floatbox" rev="group:7640 caption:`Ein Stahlkocher`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/06/stahlkocher-300x200.jpg" alt="" title="Ein Stahlkocher" width="300" height="200" class="rand size-medium wp-image-7643" /></a></p>
<p>Vor dem Schutthaufen<br />
Der gro&szlig;en Zukunft,<br />
Auf die hin wir<br />
Hochofen befeuerten<br />
Bis zur Wei&szlig;glut<br />
Und W&uuml;sten bauten &#8212;</p>
<p>Vor dem Schutthaufen<br />
Endet die Zukunft<br />
Und die prognostizierte Rendite<br />
Verfliegt &Auml;schern<br />
Mitsamt aller Gegenwart.</p>
<p>Richtungslos irrend<br />
Wird das n&auml;chste Zeitalter<br />
Sich selbst verzehren,<br />
W&auml;hrend es noch &uuml;berhaupt<br />
Nicht begonnen hat.</p>
<p>Lehre also deine Kinder,<br />
Lehre sie den Abschied, denn<br />
Unser Hunger wird sich<br />
Bald gegen uns kehren,<br />
Und wird uns kahlfressen<br />
Bis an den Stamm.</p>


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		<title>public value</title>
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		<pubDate>Sat, 15 May 2010 10:31:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ceterum censeo]]></category>
		<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Verfall]]></category>
		<category><![CDATA[Wärme]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbankrott]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnung]]></category>

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		<description><![CDATA[Schamlose L&#252;genmaschinen Sind Heizungen: Es sitzt sich dank ihrer angenehm Im Angesicht aller Frierenden Nebenmenschen; Doppelglasige Fenster au&#223;erdem Verstellen den Blick auf die Wirklichkeit: Sie sperren den L&#228;rm, Den die l&#228;rmende Stadt macht, W&#228;hrend sie fri&#223;t und verdaut, Unger&#252;hrt aus; Man befindet sich mitten Im Getriebe als w&#228;r&#8217;s Irgendein schuldloser Ort. Es flie&#223;t ja auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/05/springbrunnen.jpg" class="floatbox" rev="group:7200 caption:`Eine Wasserkunst, mehrfarbig`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/05/springbrunnen-300x300.jpg" alt="" title="Eine Wasserkunst, mehrfarbig" width="300" height="300" class="rand size-medium wp-image-7266" /></a></p>
<p>Schamlose L&uuml;genmaschinen<br />
Sind Heizungen:<br />
Es sitzt sich dank ihrer angenehm<br />
Im Angesicht aller<br />
Frierenden Nebenmenschen;</p>
<p>Doppelglasige Fenster au&szlig;erdem<br />
Verstellen den Blick auf die Wirklichkeit:<br />
Sie sperren den L&auml;rm,<br />
Den die l&auml;rmende Stadt macht,<br />
W&auml;hrend sie fri&szlig;t und verdaut,<br />
Unger&uuml;hrt aus;<br />
Man befindet sich mitten<br />
Im Getriebe als w&auml;r&#8217;s<br />
Irgendein schuldloser Ort.</p>
<p>Es flie&szlig;t ja auch lediglich Wasser<br />
Aus dem Hahn, oder schwallweise,<br />
Und trotzdem wie zum Baden rein,<br />
&Uuml;ber das Exkrement.<br />
Doch die Hand, die es auf-<br />
Und abdreht, achtlos, allt&auml;glich &#8212;<br />
Die Hand liegt doch eigentlich<br />
An jemandens staubiger<br />
Sprachloser Gurgel,<br />
Jemand den der Zufall<br />
Weit schlechter gestellt hat.</p>
<p>Die festen Mauern,<br />
Die frischen Fassaden<br />
Knirschen heimlich;<br />
Die Zeit wird<br />
Kommen, da&szlig;<br />
Sie unter der Last<br />
Allen Ungleichgewichts &#8212;<br />
Da&szlig; sie fallen.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Biosph&#228;re</title>
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		<pubDate>Thu, 13 May 2010 10:47:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>
		<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Endzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmos]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Schönheit]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbankrott]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[I. Wie der Erdball auch immer Sich drehen und wenden mag, Die L&#228;use in seinem Pelz Fressen sich tiefer hinein, In seine d&#252;nne, erkaltete Haut. Seit sie die elektromagnetische Kraft domestizierten &#8211; Die aus gr&#246;&#223;erer H&#246;he kaum Sichtbaren Gef&#228;&#223;e verschlungener Chemie, die Zweibeiner &#8211;, Werden nachts Schwelbr&#228;nde angefacht, Werden die Kontinente mit F&#228;den bespannt Aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/02/europa-nachts-satellit.jpg" class="floatbox" rev="group:5899 caption:`Satellitenaufnahme des n&auml;chtlichen Europa (Quelle: NASA)`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/02/europa-nachts-satellit-300x225.jpg" alt="" title="Satellitenaufnahme des n&auml;chtlichen Europa (Quelle: NASA)" width="300" height="225" class="rand size-medium wp-image-5900" /></a></p>
<p>I.</p>
<p>Wie der Erdball auch immer<br />
Sich drehen und wenden mag,<br />
Die L&auml;use in seinem Pelz<br />
Fressen sich tiefer hinein,<br />
In seine d&uuml;nne, erkaltete Haut.</p>
<p>Seit sie die elektromagnetische Kraft domestizierten &#8211;<br />
Die aus gr&ouml;&szlig;erer H&ouml;he kaum Sichtbaren<br />
Gef&auml;&szlig;e verschlungener Chemie, die Zweibeiner &#8211;,<br />
Werden nachts Schwelbr&auml;nde angefacht,<br />
Werden die Kontinente mit F&auml;den bespannt<br />
Aus Licht, darin schwellende Nester<br />
K&uuml;nstlicher Helligkeit.<span id="more-5899"></span></p>
<p>Tags aber sondern die L&auml;use im Pelz des Erdenballs<br />
Ihre giftigen Verdauungsgase ab, in den feinen &Uuml;berwurf<br />
Aus Sauerstoff, der kaum wahrnehmbar<br />
Den schweren und geduldigen Elementeklo&szlig; begleitet,<br />
Auf seiner Sturzbahn durch die Leere.</p>
<p>II.</p>
<p>Wie sich also der Erdball<br />
Auch immer drehen mag:<br />
Er ist unwiederbringlich versto&szlig;en<br />
Aus der althergebrachten Versammlung<br />
Der anorganischen Chemie,<br />
Denn die L&auml;use in seinem Pelz wandeln<br />
Ihren Wirt in ihresgleichen um,<br />
Mit gro&szlig;er Geduld und &uuml;ber &Auml;onen.</p>
<p>Das Leben versch&ouml;nt graue Bergh&auml;nge<br />
Mit einem Anstrich aus Flechten und Wiesenfl&auml;chen;<br />
Es gebiert unter Wasser strahlend wei&szlig;e Schlackehalden<br />
Aus ziselierten Schalen von Mollusken;<br />
Es treibt Bl&auml;tter aus und spannt Flugh&auml;ute,<br />
Um den Wind zu fangen, und wandelt das &ouml;de Sonnenlicht<br />
In s&uuml;&szlig;en Zucker; es d&uuml;ngt den Mutterboden<br />
Mit Kot und Blut und mit den eigenen Knochen.<br />
Dann kommen schilldernde K&auml;fer heran,<br />
Die alles umgraben. Jeder Kadaver eine Brutstatt,<br />
Und alle Verwesung ein Aufbl&uuml;hen, so da&szlig;<br />
Unter einem gr&uuml;nen Dach der schwarze Humus anw&auml;chst,<br />
Die Gabe der Myriaden an den<br />
Sich drehenden Lauf der Zeit.</p>
<p>III.</p>
<p>In den H&ouml;hlen nahm Sandstein Farbe an:<br />
Schwarze aus Asche, braune aus dem oxidationsprodukt<br />
Des Blutes, und den Ton zerpresster Beeren.</p>
<p>Auf den Ebenen begann es allm&auml;hlich zu hallen<br />
Von Worten, sie wurden eingewoben in das Konzert<br />
Der schreienden Angst und Begierde, die<br />
Aus jedem Vogelschnabel und jeder<br />
Zuckenden Schnauze hervorgesto&szlig;en werden<br />
Seit langem schon, seit Paarung und Fra&szlig;<br />
Die Triebfedern sind aller Vielgestalt:</p>
<p>Aber Sch&ouml;nheit ist eine Erfindung der<br />
B&uuml;ndnispartner der Verbrennung, der<br />
Bezwinger des Lichtbogens, der<br />
S&auml;ufer von &Ouml;l und Fresser von Landschaft.</p>
<p>IV.</p>
<p>Es ist hohe Zeit,<br />
Nun die Sch&ouml;nheit zu sammeln vom Erdenklo&szlig;,<br />
Sie in Worte zu sammeln,<br />
Sie mit Beerensaft und Chromophoren<br />
Auf bleibenden Untergrund aufzutragen:<br />
Denn wir werden untergehen.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Windspiel</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 11:07:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Geister]]></category>
		<category><![CDATA[Geräusch]]></category>
		<category><![CDATA[Plastik]]></category>
		<category><![CDATA[Tand]]></category>
		<category><![CDATA[Untergang]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbankrott]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie ich den Pappflitter mag Unter der Zimmerdecke: Eine Spirale, beschichtet Mit glitzernden Flocken, Daran Plastiktropfen. Alles dreht sich In der aufsteigenden Heizungsluft, Sachte und Sorglos. Nur wird die Spirale Jedes Jahr l&#228;nger Mit der Erm&#252;dung Des Materials. Wie ich das Windspiel mag In meiner Stra&#223;e, irgendwo Hinter den Hecken dr&#252;ben, Im Erdgeschoss, im Balkonwinkel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.scallopholden.com"><img class="rand size-medium wp-image-5737" title="Fensterstuhl (Ausgangsbild von Scallop Holden)" src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/01/fensterstuhl-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a></p>
<p>Wie ich den Pappflitter mag<br />
Unter der Zimmerdecke:<br />
Eine Spirale, beschichtet<br />
Mit glitzernden Flocken,<br />
Daran Plastiktropfen.<br />
Alles dreht sich<br />
In der aufsteigenden Heizungsluft,<br />
Sachte und Sorglos.<br />
Nur wird die Spirale<br />
Jedes Jahr l&auml;nger<br />
Mit der Erm&uuml;dung<br />
Des Materials.</p>
<p>Wie ich das Windspiel mag<br />
In meiner Stra&szlig;e, irgendwo<br />
Hinter den Hecken dr&uuml;ben,<br />
Im Erdgeschoss, im Balkonwinkel<br />
Aufgeh&auml;ngt, wahrscheinlich<br />
Lange Holzr&ouml;hren, und<br />
In windigen N&auml;chten:<br />
Ein z&ouml;gerndes Ger&auml;usch wie<br />
Ein nachdenkliches Gespenst<br />
Beim J&auml;ten im Schneebeet.</p>
<p>In absehbarer Zeit<br />
Stirbt die Welt<br />
An ihren Embolien<br />
Und Rupturen.<br />
In den leeren Grotten,<br />
Die von uns bleiben,<br />
Werden spielen Ratten und K&auml;fer<br />
Mit dem klirrenden Rest.</p>


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		</item>
		<item>
		<title>Priem und Garbe</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2010/priem-und-garbe</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Feb 2010 11:38:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Bilder]]></category>
		<category><![CDATA[Geschmack]]></category>
		<category><![CDATA[Kälte]]></category>
		<category><![CDATA[Pflanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbankrott]]></category>
		<category><![CDATA[Zunge]]></category>

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		<description><![CDATA[Bilder des Sterbens Ich kaue sie als Priem Schwarz auf der Zunge Bleibt Speichel Nach Schafgarbe schmeckt, Was der Schnitter m&#228;ht Bitterstoff wird Aus Menschenst&#228;ngeln Getreten im Lauf Der Dinge Da&#223; mir feindlich Frau Welt die H&#228;nde Verbrannte So kalt ist nur sie - Und geduldig Aber da ist Fernw&#228;rme Bei meinem Herd Und der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/01/schwarz.jpg" class="floatbox" rev="group:5706 caption:`Schwarz (Sonja Lixl)`"><img class="rand size-medium wp-image-5710" title="Schwarz (Sonja Lixl)" src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/01/schwarz-300x240.jpg" alt="" width="300" height="240" /></a></p>
<p>Bilder des Sterbens<br />
Ich kaue sie als Priem<br />
Schwarz auf der Zunge<br />
Bleibt Speichel</p>
<p>Nach Schafgarbe schmeckt,<br />
Was der Schnitter m&auml;ht<br />
Bitterstoff wird<br />
Aus Menschenst&auml;ngeln<br />
Getreten im Lauf<br />
Der Dinge</p>
<p>Da&szlig; mir feindlich<br />
Frau Welt die H&auml;nde<br />
Verbrannte<br />
So kalt ist nur sie -<br />
Und geduldig</p>
<p>Aber da ist Fernw&auml;rme<br />
Bei meinem Herd<br />
Und der &Uuml;berflu&szlig;<br />
Wird s&uuml;&szlig; genug<br />
Den Mund mir stopfen</p>
<p>Wie kalt wohl die K&auml;lte<br />
Anderswo ist:<br />
Auf den frisch gepfl&uuml;gten<br />
Beinfeldern jenseits<br />
Der Jetstr&ouml;me</p>
<p>Bitter der fliegende Staub<br />
Aus der Menschenernte<br />
Und z&auml;h der Priem.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Von Seife</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 11:08:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Bahnfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Seife]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Vögel]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbankrott]]></category>
		<category><![CDATA[Winter]]></category>

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		<description><![CDATA[I. Freundlich hei&#223;t mich Seifenduft willkommen, Und die zartblau gefrornen H&#228;nde Sch&#246;pften Leben aus der warmen Luft im Treppenhaus. Auf den Stra&#223;en ist der Schnee zu Eis getreten. Jener sp&#228;te Zilpzalp, der im Hinterhof Wie eine gl&#228;nzend graue Flamme Um die kahlen B&#252;sche leckte Ist jetzt gewiss schon lange tot. Noch vor der ersten Stiege [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/01/falkenmumie.png" class="floatbox" rev="group:5699 caption:`Mumifizierter Wanderfalke (&Auml;qypten, 2. Jahrtausend v. Chr.; Science Museum London)`"><img class="rand size-medium wp-image-5702" title="Mumifizierter Wanderfalke (&Auml;qypten, 2. Jahrtausend v. Chr.; Science Museum London)" src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/01/falkenmumie-300x199.png" alt="" width="300" height="199" /></a></p>
<p>I.</p>
<p>Freundlich hei&szlig;t mich Seifenduft willkommen,<br />
Und die zartblau gefrornen H&auml;nde<br />
Sch&ouml;pften Leben aus der warmen Luft im Treppenhaus.</p>
<p>Auf den Stra&szlig;en ist der Schnee zu Eis getreten.<br />
Jener sp&auml;te Zilpzalp, der im Hinterhof<br />
Wie eine gl&auml;nzend graue Flamme<br />
Um die kahlen B&uuml;sche leckte<br />
Ist jetzt gewiss schon lange tot.</p>
<p>Noch vor der ersten Stiege wird<br />
Ganz umstandslos geheizt, ich nehme es<br />
Als Vorgeschmack von Freundschaft, die<br />
Mich in diesem Haus ein Stockwerk auf erwartet.</p>
<p>II.</p>
<p>In der Stadtbahn aber waren Menschen,<br />
Tiefgefroren und im Dutzend winterstumm:<br />
Ein alter Mann sa&szlig; schlafend wie ein S&auml;ugling,<br />
Ein andrer hockte knisternd unter seiner Zeitung,<br />
Lesend innig in dem nackten Scho&szlig;<br />
Und auf den Br&uuml;sten einer bleichen Sch&ouml;nen,<br />
Die beim Fernsehn angezogen nur zu sehen ist.</p>
<p>Lange hat er nicht die Seite umgewendet,<br />
Schneller hat der Herr Major gekaut,<br />
F&uuml;r den noch nicht gen&uuml;gend Kriege waren -<br />
Da sitzt er, eine Reihe weiter, und er kommt<br />
Nur aus dem B&uuml;ro mit seinem Korpsgesicht.</p>
<p>III.</p>
<p>Jeder Weg klingt im harschen Schnee<br />
Wie ein langer Marsch, die Welt ist abgeschminkt:<br />
Sie greift als M&ouml;rder bitter in die Ohren.</p>
<p>Weit entfernt ist in der Nacht ein Kontinent gesprungen,<br />
Im Fernsehen sah man diesmal weinend einen Mann<br />
Vermutlich ist<br />
Seine Familie<br />
Unter Tr&uuml;mmern<br />
In dieser Nacht<br />
Gestorben.<br />
Zu sehen war auch staubverschmiertes Blut<br />
Und hoffnungsloser Wahn.</p>
<p>Hier nun also warme, frische Seife,<br />
Und die Treppen selbst sind wohlgen&auml;hrt.<br />
Und wie dies alles freundlich Heimat<br />
Ist, und ein Verh&auml;ngnis ebenso.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wohlstand</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Oct 2009 09:50:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ceterum censeo]]></category>
		<category><![CDATA[Überleben]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbankrott]]></category>
		<category><![CDATA[Wetter]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Fernsehen pr&#228;sentiert abgerissene Notizzettel aus der gro&#223;en, weiten Welt. Zuerst eine Mauer oder ein Zaun, der Schutzwall gegen den kapitalistischen Faschismus &#8211; so hat man wohl gesagt. Ein ausgekl&#252;gelter Schutzwall mit Suchscheinwerfern, Schie&#223;befehl, Stolperdr&#228;hten, Wacht&#252;rmen, Mienen, Selbstschu&#223;anlagen usw. Dann kommt der noch ausgekl&#252;geltere Freiheitsdrang von einigen Menschen zu Wort und es wird gezeigt, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/09/maske-limes.jpg" class="floatbox" rev="group:4995 caption:`Maske eines r&ouml;mischen Soldaten aus dem Limes-Museum Aalen (von Flickr-Benutzer wo.men)`"><img class="rand size-medium wp-image-4997" title="Maske eines r&ouml;mischen Soldaten aus dem Limes-Museum Aalen (von Flickr-Benutzer wo.men)" src="/wp-content/uploads/2009/09/maske-limes-206x300.jpg" alt="Maske eines r&ouml;mischen Soldaten aus dem Limes-Museum Aalen (von Flickr-Benutzer wo.men)" width="206" height="300" /></a></p>
<p>Das Fernsehen pr&auml;sentiert abgerissene Notizzettel aus der gro&szlig;en, weiten Welt. Zuerst eine Mauer oder ein Zaun, der Schutzwall gegen den kapitalistischen Faschismus &#8211; so hat man wohl gesagt. Ein ausgekl&uuml;gelter Schutzwall mit Suchscheinwerfern, Schie&szlig;befehl, Stolperdr&auml;hten, Wacht&uuml;rmen, Mienen, Selbstschu&szlig;anlagen usw. Dann kommt der noch ausgekl&uuml;geltere Freiheitsdrang von einigen Menschen zu Wort und es wird gezeigt, wie man dem selbstgerechten Totalitarismus des antifaschistischen und antikapitalistischen Regimes entkommen konnte: Selbstgen&auml;hte Hei&szlig;luftballons, selbstgeschreinerte Hochleistungssurfbretter, ein Stahlseil zwischen einem antikapitalistischen Haus und einem in aller Freiheit dastehenden Haus gespannt, sogar eine Grenz&uuml;berquerung mit Ultraleichtflugzeugen, wie sie in einem Agententhriller h&auml;tte stattfinden k&ouml;nnen. Und dann, in der Freiheit: Staunen &uuml;ber das Einkaufszentrum, erstmal ein Bier zur Feier des Abends. Ende der Sendung.</p>
<p>N&auml;chster Schutzwall: der Limes. Ein Spezialist f&uuml;r Milit&auml;rgeschichte redet &uuml;ber das Hinterland, das Vorfeld, die Zangenbewegung. Trachtengruppen rudern ein nachgebautes Binnenkriegsschiff, das Navis lusoria, ein &#0187;t&auml;nzelndes Schiff&#0171;. Geod&auml;ten wundern sich &uuml;ber die Pr&auml;zision der R&ouml;mer, die ihren Wall wie eine abstrakte Linie durch die Landschaft gebaut haben. Berittene Legion&auml;re in der Winterlandschaft. Sie tragen versilberte Masken und sehen aus wie unber&uuml;hrbare G&ouml;tter. Und hinter dem Limes der germanische Urwald, die Kamera f&auml;ngt einen B&auml;ren ein, einen Wolf und einen Luchs. Wie sind die Filmemacher wohl an diese Tiere gekommen? Hat man sie in einem Zoo ausgeliehen? Eine freie, weite Landschaft wird gezeigt, eine Welt, in der man Platz hatte. Dann kam aber, sagt der sonore Sprecher, ein K&auml;lteeinbruch, die Germanen leiden Hunger und &uuml;berrennen den Schutzwall. V&ouml;lkerwanderung. <span id="more-4995"></span></p>
<p>Ende der Sendung. Zum Abschlu&szlig; Nachrichten: Politiker im Interview, die so glatte Formulierungen finden, da&szlig; man, sollte man den Versuch unternehmen, darauf einen zweiten Gedanken zu richten, feststellen m&uuml;&szlig;te, da&szlig; die Verlautbarungen unverst&auml;ndlich sind wie das Gemurmel eines Orakels. Aber von irgendeiner Zukunft war doch gar nicht die Rede? N&auml;chster Bericht: In Spanien versinken Ortschaften im Regen, die Stra&szlig;en sind zu Flu&szlig;betten geworden, Autos pfl&uuml;gen sich durch das Wasser. Am Wochenende soll das Wetter auch in Spanien wieder besser werden. War das scherzhaft gemeint? Wann wird der Pegelstand der Stra&szlig;enfl&uuml;sse zum Wetterbericht geh&ouml;ren? Themenwechsel: Auf den Philippinen ertrinken Menschen im Regen. Ein Mann berichtet, wie sein Haus fortgesp&uuml;lt wurde &#8211; er verschwendet keine Kraft darauf, hoffnungslos auszusehen. Auf einem Schutthaufen steht ein Hund und blickt dem Schiff hinterher, auf dem die Kamera herumgefahren wird. Er ist so mager, da&szlig; sich sein Fell straff &uuml;ber die Rippen spannt wie eine gerahmte Leinwand. Ein magerer Hund und au&szlig;erdem eine alte Frau, die mitten im Weltuntergang ihren vor kurzem geborenen Enkel in einen Reisebus hebt.</p>
<p>Ausschalten. Die Bilder wiederholen sich. Die idyllische Winterlandschaft, davor der dampfende Atem des Pferdes, ein Legion&auml;r hinter einer gl&auml;nzenden Eisenmaske, die Maske l&auml;chelt siegesgewiss, die Augen liegen hinter zwei kreisrunden, schwarzen L&ouml;chern. Die glitzernden Einkaufszentren im Reich der freien Kapitalbewegungen sind das Fluchtziel. Phrasendreschende Staatsm&auml;nner: Die Atomkraft als Br&uuml;ckentechnologie. Aber wohin spannt sich diese Br&uuml;cke? Wir leben l&auml;ngst nicht mehr, hat ein politischer Vordenker neulich gesagt, in einer Mangelwirtschaft. Es gehe darum, den &Uuml;berfluss zu verteilen. Wie lange wird es noch darum gehen, den &Uuml;berfluss zu verteilen? Wer sitzt dabei mit am Tisch? Wem sind wir gleich, mit wem sollen wir uns vergleichen? Mit einem S&auml;ufer? Er hat getrunken, seit er denken kann, und an einem Abend versetzt ihn der Rausch in klarsichtige Wehmut. Er gelobt, es jetzt besser zu machen, die Probleme anzugehen und sich zu &auml;ndern. Er bemerkt nicht, da&szlig; es l&auml;ngst zu sp&auml;t ist und das sich an ihm vollziehen wird, was er vor Jahren in Kauf genommen hat. Er bemerkt nicht, da&szlig; man nicht einfach einen Knopf dr&uuml;cken kann. Wir leben nicht mehr in einer Mangelgesellschaft, es gibt Br&uuml;ckentechnologien, bald wird das Wetter wieder besser, der Hund ist geimpft.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Im Tanz</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 10:18:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Tanz]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbankrott]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Szene zeigt wieder den Aufenthaltsraum der Anstalt. In einem der alten, abgewetzten Sessel, einem Exemplar mit umfangreichen Ohren, erholt sich Eklytos von seiner n&#228;chtlichen Arbeit. Er tr&#228;gt jetzt wieder die &#252;bliche Anstaltskleidung. Au&#223;er ihm ist befindet sich niemand im Raum. Eklytos zieht aus einer Hosentasche eine zierliche Blechfl&#246;te und spielt darauf eine h&#252;pfende Melodie. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/08/Hausbuch324r_Floetenspieler.jpg" class="floatbox" rev="group:4674 caption:`Ein Fl&ouml;tenspieler (T&uuml;binger Hausbuch, Universit&auml;tsbibliothek T&uuml;bingen, Md 2, fol. 324r)`"><img class="rand size-medium wp-image-4696" title="Ein Fl&ouml;tenspieler (T&uuml;binger Hausbuch, Universit&auml;tsbibliothek T&uuml;bingen, Md 2, fol. 324r)" src="/wp-content/uploads/2009/08/Hausbuch324r_Floetenspieler-300x247.jpg" alt="Ein Fl&ouml;tenspieler (T&uuml;binger Hausbuch, Universit&auml;tsbibliothek T&uuml;bingen, Md 2, fol. 324r)" width="300" height="247" /></a></p>
<p><em>Die Szene zeigt wieder den Aufenthaltsraum der Anstalt. In einem der alten, abgewetzten Sessel, einem Exemplar mit umfangreichen Ohren, erholt sich Eklytos von seiner n&auml;chtlichen Arbeit. Er tr&auml;gt jetzt wieder die &uuml;bliche Anstaltskleidung. Au&szlig;er ihm ist befindet sich niemand im Raum. </em></p>
<p><em>Eklytos zieht aus einer Hosentasche eine zierliche Blechfl&ouml;te und spielt darauf eine h&uuml;pfende Melodie. Nach einer Weile unterbricht er sein Fl&ouml;tenspiel um in einer Phantasiesprache zu singen. Er tr&auml;gt die erste Strophe wiederholt vor, indem er abwechselnd singt und spielt:</em></p>
<p style="text-align: center;"><a title="&quot;The Lark in the Morning/The Wandering Minstrel&quot; von James Morrison" href="/wp-content/uploads/audio/JamesMorrison-TheLark.mp3" target="_blank">⌊Raumklang⌉</a><sup class='footnote'><a href='#fn-4674-1' id='fnref-4674-1'>1</a></sup></p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Eklytos:</span> Ja-dam-da-ta-ta ra-dam-tra-da<br />
Da-di-di-do La-ta-fa-so<br />
Tadadeldida-latatatera<br />
Damdam-deldadelda-dada.</p>
<p><em>Zu Eklytos Musik treten Leimbach und Ro&szlig;f&auml;ller durch verschiedene T&uuml;ren in den Aufenthaltsraum. Stehend h&ouml;ren sie eine Weile zu. Dann setzt sich Ro&szlig;f&auml;ller in einen der Sessel und beginnt mit den flachen H&auml;nden auf ihm zu Trommeln als w&auml;re er ein Cajón, womit er einen beachtlichen Effekt erzielt. Eklytos unterbricht seinen Gesang und spielt nun mit Ro&szlig;f&auml;ller. Dann tritt Leimbach mit einer kleinen Verbeugung zu Eklytos, bittet mit einer Geste um die Fl&ouml;te, bekommt sie ausgeh&auml;ndigt und &uuml;bernimmt Eklytos‘ Part mit viel Temperament. Zum Schlu&szlig; kommt die Schwester mit einer Fiedel aus ihrem Dienstraum. Jetzt beginnt Eklytos zu dieser Begleitung wiederum mit seinem Gesang.</em></p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Eklytos:</span> Dudeldidi-dudeldida,<br />
Die Sicht ist lang schon nicht mehr klar.<br />
Der Nebel f&auml;llt, die Achse knarrt,<br />
Dem alten Mann sitzt Moos im Bart,<br />
Dem Alten, dem sitzt Moos im Bart.</p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Alle:</span> Dudeldidi-dudeldida,<br />
Dudeldidi-dudeldida!</p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Eklytos:</span> Die Zeit spinnt immer ihren Zwirn,<br />
Der N&uuml;chterne sch&uuml;rzt seine Stirn,<br />
Seit ich durch Spiegelscherben schau<br />
Erscheint die Welt mir reichlich grau:<br />
Dadideldu-dudeldidau!</p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Alle:</span> Dadideldu-dudeldidau!<br />
Dadideldu-dudeldidau!</p>
<p><em>Ein Arzt, dessen Stimme man bislang nur durch einen Lautsprecher geh&ouml;rt hat, springt mit federnden Schritten zu Eklytos und beide tanzen, begleitet von frenetischer Musik, eine Steppeinlage. Dann geht der Arzt ab und Eklytos singt die letzten Strophen.</em></p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Eklytos:</span> Ta-rat-tat-tat Ta-tatelti-tick<br />
Sie spinnt, die Zeit, an einem Strick<br />
Sie legt ihn uns um das Genick<br />
Tateteltita-Tateteltitck!</p>
<p>Wer daran denkt, ist faul und dumm<br />
Er kaut an trocknen Brocken<br />
Ta-rat-tat-tat Ta-tatelti-tick<br />
Und kommt schon bald ins Stocken<br />
Und das nimmt man ihm krumm.<br />
Dadadeldi-dideldidum!</p>
<p><em>Die Musik geht zu Ende und die Musiker gratulieren sich mit H&auml;ndesch&uuml;tteln gegenseitig zum gelungenen Auftritt. Eklytos steckt seine Fl&ouml;te wieder ein und setzt sich in den Ohrensessel. Ro&szlig;f&auml;ller reibt sich die H&auml;nde, strafft seinewei&szlig;e Pflegeruniform und geht ab. W&auml;hrend Leimbach bei Eklytos Sessel Stellung bezieht und die Arme vor der Brust verschr&auml;nkt. Eklytos beachtet ihn nicht. Die Schwester hat unterdessen ihre Fiedel im Schwesternzimmer verstaut und kommt mit einer Nierenschale wieder hervor, in der eine Spritze liegt. Als sie bei Eklytos angelangt ist und er aufspringen will, packt ihn Leimbach bei den Schultern und dr&uuml;ckt ihn in den Sessel zur&uuml;ck. Die Schwester rammt ihm die Spritze kurzerhand in den Arm. Nach kurzer Gegenwehr wird Eklytos schlaff und schl&auml;ft ein.</em></p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Leimbach</span> (charmant): Schwester.</p>
<p><em>Er nimmt ihre Hand und k&uuml;sst sie. Die Schwester kichert. Beide ab.</em>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-4674-1'>&#0187;The Lark in the Morning/The Wandering Minstrel&#0171; von James Morrison (1893-1947) aufgenommen im M&auml;rz 1926 (Quelle: <a href="http://freemusicarchive.org">freemusicarchive.org</a>) <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-4674-1'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Mokrys Peripatien]]></series:name>
	</item>
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		<title>Neubau</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/neubau</link>
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		<pubDate>Tue, 18 Aug 2009 10:12:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Beton]]></category>
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		<category><![CDATA[Vögel]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbankrott]]></category>

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		<description><![CDATA[Durch das Tal, gegossen Aus Beton geht der Wind: Er geht leise. Und am Mittag hallt Der Tritt der glatten Schuhe und der glatten Gespr&#228;che in den Schluchten, Sie scheinen sch&#246;n. Es ist alles fest gef&#252;gt Und Armierungen aus Rotem Stahl halten Unsichtbar die Substanz Des ganzen weiten Baus. Und Armierungen aus Glatter Einfalt oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/08/hafencity002.jpg" class="floatbox" rev="group:4393 caption:`Hafencity, Dalmannkai (W.A.L. Hamburg)`"><img src="/wp-content/uploads/2009/08/hafencity002-300x199.jpg" alt="Hafencity, Dalmannkai (W.A.L. Hamburg)" title="Hafencity, Dalmannkai (W.A.L. Hamburg)" width="300" height="199" class="rand size-medium wp-image-4396" /></a></p>
<p>Durch das Tal, gegossen<br />
Aus Beton geht der Wind:<br />
Er geht leise.</p>
<p>Und am Mittag hallt<br />
Der Tritt der glatten<br />
Schuhe und der glatten<br />
Gespr&auml;che in den Schluchten,<br />
Sie scheinen sch&ouml;n.</p>
<p>Es ist alles fest gef&uuml;gt<br />
Und Armierungen aus<br />
Rotem Stahl halten<br />
Unsichtbar die Substanz<br />
Des ganzen weiten Baus.<br />
Und Armierungen aus<br />
Glatter Einfalt oder h&ouml;herer<br />
Leere halten die Substanz<br />
Des Ganzen.</p>
<p>Dort hinten hat man Erde<br />
Hingegossen zwischen B&auml;nke.<br />
Befremdlich sprie&szlig;t dort<br />
In Halmen Chlorophyll,<br />
Grell und eigentlich<br />
Wie ein Kunststoff<br />
Aus der Erde, die<br />
Hat man hingegossen,<br />
Einem Erdrutsch jedoch<br />
Wenig &auml;hnlich.</p>
<p>V&ouml;gel sollten auf den Pl&auml;tzen<br />
Abgespielt werden, auf den<br />
Armierten Pl&auml;tzen aus Beton<br />
Sprie&szlig;t in den Fugen unter<br />
Recht zufriedenem Lachen<br />
Leise die Frage, wieviel<br />
Scham pro Quadratmeter der Boden<br />
Unter dem gro&szlig;en, hellen Ganzen<br />
Noch aufbringen kann.</p>


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