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	<title>Rauhfasler &#187; Wirklichkeit</title>
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	<description>Verbrauchende Versuche mit Wörtern</description>
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		<title>Plantage</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Apr 2010 10:22:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Bahnfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Kopf]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[Von den Fahrenden hängt Zeitungslaub, Es fehlt den Nachrichten an Feuchtigkeit, Es knistert trocken, besonders die Versalien Im Intelligenzblatt wirken herbstlich. Die Welt ist leer, sie wird berichtet Sie wird im Lichtsatz künstlich ausgesät, @ Sie wächst sich aus in zwanzig harten Sphären, Die oben auf die Hälsen sitzen, Die schwanken, daß es wirkt wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/03/PW-260-R6C_jpg.gif" class="floatbox" rev="group:6285 caption:`Die Buchdruckrotationsmaschine PW-260-R6C von Labelman Machinery`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/03/PW-260-R6C_jpg-300x134.gif" alt="" title="Die Buchdruckrotationsmaschine PW-260-R6C von Labelman Machinery" width="300" height="134" class="rand size-medium wp-image-6291" /></a></p>
<p>Von den Fahrenden hängt Zeitungslaub,<br />
Es fehlt den Nachrichten an Feuchtigkeit,<br />
Es knistert trocken, besonders die Versalien<br />
Im Intelligenzblatt wirken herbstlich.<br />
Die Welt ist leer, sie wird berichtet<br />
Sie wird im Lichtsatz künstlich ausgesät, <span style="visibility:hidden;">@</span></p>
<p>Sie wächst sich aus in zwanzig harten Sphären,<br />
Die oben auf die Hälsen sitzen,<br />
Die schwanken, daß es wirkt wie nicken,<br />
Wenn der Zug eilig eine Weiche überfährt.</p>
<p>Durch die Blätter geht ein Blättern<br />
Farbenreiche Titel blitzen auf<br />
Von den phantastischeren Geschichten,<br />
Die ein Teil der schweigenden Verzehrt.<br />
Ihre Lippen zucken dabei etwas,<br />
Draußen liegt ein braches Trümmerfeld.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Wirklichkeit der Fliegen</title>
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		<pubDate>Wed, 20 May 2009 10:23:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Empfang]]></category>
		<category><![CDATA[Bewußtseinssturz]]></category>
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		<description><![CDATA[Es gibt eine einfache Erklärung dafür, daß es einem nie gelingt, mit der bloßen Hand eine Fliege zu erschlagen: Eine Fliege befindet sich eigentlich nicht an dem Fleck, an dem man sie mit Menschenweisheit vermuten muß. Sie ist nur scheinbar, nur aufgrund einer unangemessenen Vereinfachung dort. Das ist jedenfalls der Schluß, den man aus einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/05/fliegefliegend.jpg" class="floatbox" rev="group:3664 caption:`Fliegende Fliege (Bild:  Steven N. Fry/via ETH Live)`"><img src="/wp-content/uploads/2009/05/fliegefliegend-300x228.jpg" alt="Fliegende Fliege (Bild:  Steven N. Fry/via ETH Live)" title="Fliegende Fliege (Bild:  Steven N. Fry/via ETH Live)" width="300" height="228" class="rand size-medium wp-image-3666" /></a></p>
<p>Es gibt eine einfache Erklärung dafür, daß es einem nie gelingt, mit der bloßen Hand eine Fliege zu erschlagen: Eine Fliege befindet sich eigentlich nicht an dem Fleck, an dem man sie mit Menschenweisheit vermuten muß. Sie ist nur scheinbar, nur aufgrund einer unangemessenen Vereinfachung dort.</p>
<p>Das ist jedenfalls der Schluß, den man aus einer Mitteilung der Biologie ziehen muß. Eine jener Erkenntnisse ist es, vor denen der unbedarfte Laie staunend stehenbleibt, weil er plötzlich eine klaffende Lücke in seiner Weltsicht vorfindet.</p>
<p>Man weiß nämlich über Fliegen, daß sie mit ihren Facettenaugen 200 Bilder in der Sekunde wahrnehmen können (das kleinere Wunder ist dagegen noch, daß sie Oben, Unten, Vorne und Hinten immer auf einen Blick erfassen, weil ihre Augen bekanntlich zwei Hemisphären am Kopf sind, also immer schlichtweg alles sehen, was es überhaupt zu sehen gibt).</p>
<p>200 Bilder in der Sekunde sind ungefähr das Zehnfache des menschlichen Wahrnehmungsvermögens. Aber was bedeutet das? Das auf einen Augenblick nach Menschenmaß zehn Fliegenaugenblicke kommen? Das zwischen Jetzt und Gleich, Hier und Dort, Vorher und Nachher immer der zehnfache Abstand besteht, sofern ein Mensch eine Fliege fragen würde? Das einer Fliege ein unzugänglicher Zwischenraum offensteht, in dem sie sich von ihrem vermeintlichen Ort (auf meinem Oberschenkel zum Beispiel) ohne mein Wissen an einen anderen Ort bewegen kann?</p>
<p>Das ist der Moment, in dem der Unbedarfte vor einem Loch, einem kaum auszulotenden Abgrund steht. Es stellen sich ungeheure Fragen: Wo wird die Zeit, die Fliegen ins voraus haben, aufbewahrt? Was geschieht, wenn ich mit der Hand oder eher noch mit einer Zeitung nach einer Fliege schlage? Für mich ist die Strecke, die von der Zeitung zurückgelegt wird, klar bemessen: von irgendwo hinter meiner Schulter bis zu dem Punkt, wo die störende Fliege auf meinem Oberschenkel sitzt. Auch Anfang und Ende der Bewegung sind ordentlich getrennt durch ein Rauschen des aufgerollten Papiers in der Luft. Was aber sieht die Fliege? Für sie geschieht währenddessen das Zehnfache! Aber wo kommen diese neun Zehntel Ereignis her, die einfach unbemerkt an mir vorübergehen? Wie geschieht es, daß in den Bewegungsablauf ein beträchliches Stück hineingeflickt wird, damit die Fliege es wahrnehmen kann? (Ganz zu schweigen von jenem Oben, Unten und Hinten, daß sich für die Fliege zu dem vergleichsweise beschränkten Vorne addiert, daß unser Gesichtsfeld ausfüllt.)</p>
<p>Für die Fliegen wird irgendwo ein besonderer Vorrat an Wirklichkeit aufbewahrt, um die löchrige Realität aufzufüllen, in der Menschen leben. Und dieser Vorrat muß angezapft werden, sobald nur eine Fliege den Raum betritt oder befliegt. &#8211; Oder ist es gar andersherum (und das wäre, richtig besehen, noch viel beunruhigender): Ich bin teilweise &#8211; nein größtenteils! blind, sehe nur ein mageres Zehntel von allem, was geschieht. Die Fliegen aber sehen alles. Da könnte ja wer weiß was geschehen, allein den Augen von Fliegen (und wenigen anderen, z.B. Libellen) zugänglich. Hundertachtzig Bilder in jeder Sekunde, die keines Menschen Auge jemals sieht. Neun Zehntel der Wirklichkeit sind uns entzogen.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund wird eine Fliegenklatsche zu einer besorgniserregenden Waffe: Sie ist ja offenbar im Stande, auf der Wirklichkeitsebene der Fliegen zu agieren. Richtig gehandhabt ist sie tatsächlich schnell genug , um das Wahrnehmungsvermögen der Fliegen zu übertrumpfen. Die Fliegenklatsche kann die unsichtbare Grenze zwischen dem Raum-Zeit-Kontinuum der Fliegen und dem unseren durchbrechen. Was macht das scheinbar simple Instrument in unserer Hand, wenn wir damit zuschlagen? Es steht immerhin eines fest: Daß wir den größten Teil davon nicht zu Gesicht bekommen!</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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