Das Fernsehen präsentiert abgerissene Notizzettel aus der großen, weiten Welt. Zuerst eine Mauer oder ein Zaun, der Schutzwall gegen den kapitalistischen Faschismus – so hat man wohl gesagt. Ein ausgeklügelter Schutzwall mit Suchscheinwerfern, Schießbefehl, Stolperdrähten, Wachtürmen, Mienen, Selbstschußanlagen usw. Dann kommt der noch ausgeklügeltere Freiheitsdrang von einigen Menschen zu Wort und es wird gezeigt, wie man dem selbstgerechten Totalitarismus des antifaschistischen und antikapitalistischen Regimes entkommen konnte: Selbstgenähte Heißluftballons, selbstgeschreinerte Hochleistungssurfbretter, ein Stahlseil zwischen einem antikapitalistischen Haus und einem in aller Freiheit dastehenden Haus gespannt, sogar eine Grenzüberquerung mit Ultraleichtflugzeugen, wie sie in einem Agententhriller hätte stattfinden können. Und dann, in der Freiheit: Staunen über das Einkaufszentrum, erstmal ein Bier zur Feier des Abends. Ende der Sendung.
Nächster Schutzwall: der Limes. Ein Spezialist für Militärgeschichte redet über das Hinterland, das Vorfeld, die Zangenbewegung. Trachtengruppen rudern ein nachgebautes Binnenkriegsschiff, das Navis lusoria, ein »tänzelndes Schiff«. Geodäten wundern sich über die Präzision der Römer, die ihren Wall wie eine abstrakte Linie durch die Landschaft gebaut haben. Berittene Legionäre in der Winterlandschaft. Sie tragen versilberte Masken und sehen aus wie unberührbare Götter. Und hinter dem Limes der germanische Urwald, die Kamera fängt einen Bären ein, einen Wolf und einen Luchs. Wie sind die Filmemacher wohl an diese Tiere gekommen? Hat man sie in einem Zoo ausgeliehen? Eine freie, weite Landschaft wird gezeigt, eine Welt, in der man Platz hatte. Dann kam aber, sagt der sonore Sprecher, ein Kälteeinbruch, die Germanen leiden Hunger und überrennen den Schutzwall. Völkerwanderung. (weiterlesen …)













Überleben!