Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Schuhe

Was ist unter den wichtigen, unverzichtbaren Dingen das wichtigste? Woran muß man zuerst denken, bevor man das Haus verläßt, um sich in der Welt da draußen am Leben erhalten zu können? Was ist nicht bloß unter bestimmten Umständen zu gebrauchen, sondern immer und unbedingt notwendig? Wenn man davon ausgeht, daß selbst die haarigste und plötzlichste Katastrophe einen nicht nackt überrascht und man also nicht erst seine Blöße bedecken muß, dann ist die Antwort leicht zu geben. Man braucht auf jeden Fall und immer: Schuhe.

Hanwag FjällNatürlich nicht Stöckelschuhe, Sandalen, Lack- und Halbschuhe. Wir bereiten uns ja auf die Katastrophe vor und es ist uns klar: Wir müssen durch Schlamm waten und in Pfützen treten können. Wir müssen womöglich Gebirgsrücken überwinden und über die Scherben der Zivilisation schreiten können, ohne uns dabei die Fußsohlen zu zerschinden. Wir brauchen stabile, wasserfeste Schuhe, deren Löcher man auch selbst mit grober Nadel nähen kann.

Aber wissen wir überhaupt noch, wie man sich durchkämpft? Wissen wir, die wir höchstens vom Parkplatz zur Haustür, von der S-Bahn zur Arbeit über ordentlich gepflasterte Wege trippeln, wissen wir noch, wie man sich durch Büsche und über Geröll vordringt, Schritt für Schritt, soweit die Füße tragen, auf der Suche nach einem geeigneten Lager?

Einer, der es noch wußte, war Hjörvarð Grimmursson, ein Skalde des 10. Jahrhunderts, der über die Not des Daseins in langatmigen altnordischen Gedichten informiert. So zum Beispiel in seinem einschlägigen »Brautingis Songr«, dem Wanderersgesang, aus dem man etwas über die Unverzichtbarkeit guten Schuhwerks gleich in der ersten Strophe erfahren kann:

»Die Schuh sind mir zerschlissen
Gar an den Füßen mein.
Sie hat der Weg zerrissen
Und jeder kahle Stein,
Auf dem ich bin geschritten,
Als Pilgrim windgeplagt,
Wie auch die Väter litten
Und zogen Tag um Tag –
So, wie die Götter fügten,
Im kalten Himmelsrat:
Uns nackte Füße gaben
Für lebenslange Fahrt.«

Nun also: das wäre geklärt.

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  • Kurzum


    »I wanted to amplify that quite explicit but often entirely invisible friction that's constantly surrounding us between things that we do and the consequences of our actions...« (3. 2. / 17 Uhr)

    »Was heißt es anders als der Vernunft entsagen, wenn iemand ein höchstes Wesen läugnet, das alle Dinge erhält, regirt, und was ewig im Begrif ist, aus einander zu fallen...« (24. 1. / 12 Uhr)

    »Was ist für ein fixer Punkt meines unveränderlichen Daseyns in mir, vermöge dessen ich trotz alles Abreibens und Wegdünstens der Materie doch immer der Nämliche bin? [...] (18. 1. / 12 Uhr)

    »Im Schlaf empfand er Schmerz. Gern und oft, u. geschickt bringt die Phantasirende Seele im Traum ihr bilderreiches Spiel mit der Disposition u. den Empfindungen des Körpers in Verbindung. (17. 1. / 13 Uhr)

    »Je befriedigender die Gegenwart ist, desto zufridener Ruht auf ihr das Auge; wozu alsdann der Blick in die Zukunft, der mehr zehrt als sättigt?« (J.P. Hebel, Notiz zu Ps. 45) (17. 1. / 12 Uhr)

    Und weiterhin der Ichneumon, von dem Plinius zu berichten wusste, daß er schlafenden Krokodilen in den Leib kriecht, um deren Herz an Ort und Stelle zu fressen. (13. 12. / 14 Uhr)

    Philander von Sittewalt — ein Name, der ohne alles weitere auskommt; ohne seinen Träger wüssten wir nicht, daß das Dunkle notwendige Zutat für gutes Munkeln ist. (13. 12. / 14 Uhr)

    Der deutliche, gutturale Widerwille beim Gedanken an wirkliche Spezialisierung(7. 12. / 13 Uhr)

    die flöte an den mund, den topf ans feuer, den stul an die wand, (15. 11. / 22 Uhr)

    »Everyone is beautiful, traffic like a funeral
    And everybody tries to keep in touch«(24. 10. / 8 Uhr)

    Das merkwürdige Erscheinungsbild der Auflösung, die den Mond befallen hat, an einem Abend, der den Herbst mit wenig letztem Licht auf die Häuser streicht, (10. 9. / 20 Uhr)

    »... — nur ein Weiser, der die Sehnen und Fasern des menschlichen Herzens oft und mit Glück entwickelt, und die Einbildungskraft bis in ihre feinsten Blutgänge zergliedert hat — ... « (6. 9. / 12 Uhr)

    »Von dem hochgelegenen französischen Viertel schob sich langsam wie ein Lavastrom eine Masse von Schmutz, Abfall, geronnenem Blut, Gedärmen, Tier- und Menschenkadavern. (2. 9. / 22 Uhr)

    Protohorror: Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. (Apg. 19,16) (2. 9. / 21 Uhr)

    »A snake can shed its skin but never change. « (I Like Trains) (2. 9. / 21 Uhr)

    Incensol ist ein Anxiolytikum und zwar der Wirkstoff im Harz der Boswellia sacra. Das sollte man nicht außer Acht lassen. (31. 8. / 14 Uhr)

    Man könnte einiges daraus ableiten, daß wir heute nicht mehr wie früher vom »Lüfteplan«, sondern vom »Luftraum« sprechen.(30. 8. / 12 Uhr)

    »I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet.« (Stephen Hawking) (29. 8. / 13 Uhr)

    »In diseme versinket de geluterte verklerte geist in daz götteliche vinsternisse, in ein stille swigen(25. 8. / 11 Uhr)

    »Übergroße Lichtmengen (Blitz) oder überraschende Schatten im Gesichtsfeld, (20. 8. / 20 Uhr)

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