Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Reiseberichte

Hier ist die Rückseite…

…dieses Blogs. Und eigentlich gibt es über die Texte hinaus, die auf der Vorderseite erscheinen, nicht viel zu sagen. Oder doch? Wenn ja, dann hier, auf der Rückseite.

Wahlverwandschaft

Nakiri-Messer, Tokyo-Stil

Gerade habe ich erfahren, daß es bestimmte japanische Messer gibt, die, in recht freier Übersetzung, ebenfalls Blattschneider heißen: die Klingen der Gattung Nakiri bōchō dem Vernehmen nach nämlich. Es sind allerdings wenig heldische Messer: mit ihnen schneidet man Gemüse. Daher vielleicht der Name. Allerdings hat ein Nakiri bōchō eine blattfeine Klinge und macht präzise Schnitte. Aber nicht durch Knochen. Darüber werde ich noch nachzudenken haben.

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Ich und ich

Cover des Albums "Aural Anagram" von Andrew Liles

Dem geneigten Leser möchte ich nebenher mitteilen, daß ich Grund hatte, mir über mein Pseudonym Gedanken zu machen (die nicht hierher gehören). Ich habe mich durch eine Anagramm-Maschine, in die ich meinen eigentlichen, bürgerlichen Namen und mein Pseudonym eingegeben habe, Gelegenheit erhalten, den einen mit dem anderen Namen zu vergleichen. Einige der dabei zum Vorschein gekommenen, verborgenen Bedeutungen beider Namen stelle ich nun dem geneigten Leser vor Augen.

Hinter meinem eigentlichen Namen stehen diese, einigermaßen einer vernünftigen Sprache zugehörenden Wortkombinationen:

  • betraurend Erbland Kodex
  • Dr. tobend Kerub
  • Dr. Borken Debut
  • endo kerbt B-Dur
  • Bub Erdkern Tod

Das mag viel oder wenig bedeuten. Ein Dr. Tobendkerub zu sein, ist eine reizvolle Aussicht. Einen Erdenkern zu haben, mitsamt der unausweichlichen Folgen, muß ich eingestehen. Ich werde mich allerdings nach B-Dur-Musik umsehen, um zu ermitteln, ob sie mich innerlich kerben wird.

Zweitens mein Pseudonym:

  • rennt Diebstahl Cajus
  • naja! Nichtselbst rued
  • naja! stuendlich erbst
  • tja! sichtbaren Dunsel
  • Christabends Luna Jet
  • Erdschaben Junta List
  • Dr. sc.nat. Ju. Biesenthal
  • Bannstrahl Decius Jet
  • bist Luederjahn Sanct
  • tja! Nebeldunst Charis
  • esst Buhldirnen jacta
  • Dr. sc.nat. Ju. Seinethalb
  • Edenlicht Trajans Bus

Darauf mir einen Reim zu machen, ist nicht ganz einfach. Der Vorwurf, ein »Lüderjahn Sanct« zu sein, ist schmeichelhaft aber doch wohl zu großtuerisch. Die Erdschaben Junta-List zu ergründen, will ich mir auf unbestimmte Zeit vornehmen. Und daß Trajans Bus zum Edenlicht fährt oder gar mit ihm im Bunde steht, ist ein wertvoller Hinweis. Wer aber ist Trajan – ich werde ihn suchen müssen. Hoffentlich werde ich nicht von dem Genuß der Buhldirnensorte »Jacta« davon abgehalten! Diese Früchte werde ich lieber den verehrten Doktores scientiae naturalium Seinethalb und Biesenthal überlassen.

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Werbung

Ich frage mich, ob Werbung wirklich etwas nützt. Bis zur letztgültigen Beantwortung dieser Frage beschäftige ich mich mit dem schmutzigen Geschäft und stecke wieder einmal einen Claim ab, diesmal bei Bloglines, indem ich eine kryptische und für den Leser unsichtbare Folge von Zeichen veröffentliche. Nun ja, das ist wohl notwendig.

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  • Kurzum


    »Allein im Walde weilen einzeln einsam wir,
    Gestutzten Stämmen ähnlich im Gehölz:
    Gar mancher neidet mir so glaues Glück,
    Wie Höllengauch dem Himmelgänger giert.«(20. 11. / 14 Uhr)

    Dem Jüngling aber, welcher frühe
    Durch's Beispiel angesteckt, den rechten Pfad verlor,
    Sein unerfahrnes Herz bethören ließ, sein Ohr...(20. 11. / 14 Uhr)

    »Der Silberblick des Himmels läuft mit zertragenen dunkeln Flocken an.« (Jean Paul) (13. 11. / 10 Uhr)

    ...the concomitant of filthy and impure actions, and proceeded to such a degree of voluptousness and sordid uncleanness,(31. 10. / 13 Uhr)

    Kein Gräslein aller Menschen Fleiß
    nicht aus der Erd zu bringen weiß.(31. 10. / 12 Uhr)

    »Ein müssiger Kopf, ist des Teufels Dopf, in welchem er seine Bosheiten kochet, und denselben mit den Begierdammen ümschieret.« (Siegmund von Birken) (30. 10. / 10 Uhr)

    »Auf solche Weiße gebraucht sich des Redens, allein der Pöbel, welcher nichts bässers noch nützlichers, als der Kunstlehre ermanglend, vorbringen, inzwischen aber nit schweigen, kan.« (1. 10. / 14 Uhr)

    »So passionirt er fürs gute und rechte ist, so wirds ihm doch weniger darinne wohl als im unschicklichen«. (Goethe)(4. 9. / 14 Uhr)

    Jedenfalls solange man es nicht versteht, eignet sich das Gotische und Althochdeutsche gut, um Zaubersprüche auszudenken: »aiva ubilin, ubilê birut, akrana ubila, ubilê gidancha.«(22. 8. / 11 Uhr)

    »sie eileten dem schif zu, jetzund wolt ein jeder mit gewalt hinein, Pelorus liesz nicht zu, schlug viel zu boden, sie erwürgeten einander wie die hund.« (Zitiert nach Grimms Wörterbuch) (15. 8. / 10 Uhr)

    »Ists nicht ein wunderding voran,
    Das die Warheit nirgend bleiben kan?«(14. 8. / 14 Uhr)

    »Pfahl / Mörsel / Spiß / Bley / Beil vnd Stangen /
    Rohr / Säge / Flamm / zuschlitzte Wangen /(14. 8. / 14 Uhr)

    »iebaʒ iebaʒ erkandte sie
    in leide unde ouch in pînen,
    daʒ si ein pilgerînen
    in dirre unstêden werlde was.«(2. 8. / 14 Uhr)

    »Die Geschichte aller Religionen und Philosophien lehrt uns, (2. 7. / 11 Uhr)

    »Bob blutet auf Gary beim Rausschleifen« — die poetischen Höhen abendlicher Fernsehunterhaltung. Auf der Mitte des Satzes »Schluß mit Basteln und Werken« wird leider ausgeschaltet. (29. 6. / 20 Uhr)

    »Allein/ wie viel verführt das Jrrlicht schnöder Lüste?
    Nichts ist/ womit ihr Sinn sich zu vergnügen wüste/
    Sie sagen: Jmmer her.   Man gibt/ so viel man hat; ...« Hans Assmann von Abschatz, Poetische Übersetzungen, »Unvergüngung/ aus dem Horatius.« (18. 6. / 14 Uhr)

    er schaut von oben länder hufen gleichen,
    und städte löchern; in den engen reichen (11. 6. / 14 Uhr)

    Grimms Wörterbuch: »einem den leib mittheilen, in fleischlichem sinne:« (11. 6. / 12 Uhr)

    »Wo viel ist, ist der Teufel, wo nix ist, ist er zweimal.« (Sprichwort) (22. 5. / 10 Uhr)

    »...durch dein Gnade hilf mir, das in mir mein Name abgehe und ich zu nichte werde.« (Luther) (9. 5. / 14 Uhr)

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